Deutsche Tageszeitung - Bundesanwaltschaft klagt mutmaßliche Mitglieder von rechter "Goyim Partei" an

Bundesanwaltschaft klagt mutmaßliche Mitglieder von rechter "Goyim Partei" an


Bundesanwaltschaft klagt mutmaßliche Mitglieder von rechter "Goyim Partei" an
Bundesanwaltschaft klagt mutmaßliche Mitglieder von rechter "Goyim Partei" an / Foto: ©

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen drei Deutsche wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der rechtsextremen "Goyim Partei" erhoben. Es handelt sich um die beiden mutmaßlichen Rädelsführer Fadi J. und Marcus B. und ein mutmaßliches Mitglied, Christian B., wie die Behörde am Montag in Karlsruhe mitteilte. Sie sollen antisemitische Hetze im Internet verbreitet haben.

Textgröße ändern:

Laut Bundesanwaltschaft soll J. ab dem Jahr 2014 im Internet ein länderübergreifendes Netzwerk zur Verbreitung von antisemititischen Inhalten aufgebaut haben, das unter anderem aus der Seite der "Internationalen Goyim Partei" bestand. Gleichzeitig soll er mit Marcus B. und anderen Gleichgesinnten eine Vereinigung gegründet haben, um gemeinsam das "Goyim-Netzwerk" zu betreiben.

Die sogenannte Ländergruppe "Goyim Partei Deutschland" sei maßgeblich durch die beiden Angeschuldigten betrieben worden. Dort hätten sie und andere "zahlreiche extrem antisemitische, fremdenfeindliche und den Nationalsozialismus verherrlichende Beiträge" eingestellt.

Christian B. soll sich der Vereinigung angeschlossen haben, aber nicht Teil der Führungsgruppe gewesen sein. Auch ihm wird vorgeworfen, volksverhetzende Inhalte ins Netz gestellt zu haben. J. und Marcus B. wird zur Last gelegt, eine kriminelle Vereinigung gegründet und sich an ihr als Rädelsführer beteiligt zu haben. Zudem sind sie wegen Volksverhetzung angeklagt.

J. wurde im Juli 2020 in den Niederlanden festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert, die beiden anderen Verdächtigen wurden damals in Berlin festgenommen. Über die Zulassung der Anklage muss nun das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

IMK-Vorsitzender Grote fordert klarere Strategie bei Drohnenabwehr

Angesichts der Bedrohungen durch Drohnen in Deutschland hat Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) eine klare Strategie gefordert. Bei der Entwicklung der gemeinsamen Fähigkeiten zur Drohnenabwehr seien "mehr Tempo" und "eine klarere gemeinsam getragene Strategie" notwendig, sagte Grothe, der derzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz der Länder ist, am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

US-Regierung legt Bau von Grenzschutzanlage in Nationalpark in Texas auf Eis

Nach Kritik von Behördenvertretern, Initiativen und Bewohnern hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump die milliardenschweren Arbeiten an einem umstrittenen Grenzschutzprojekt im Bundesstaat Texas gestoppt. Alle Aktivitäten im Big-Bend-Nationalpark seien auf Eis gelegt, "bis ich dorthin reise und mir vor Ort ein Bild mache", sagte der Leiter der US-Grenzschutzbehörde CBP, Rodney Scott, in einem im Video, das am Montag im Onlinedienst X veröffentlicht wurde.

Stärkster Anstieg seit 2016: 15 Prozent mehr Baugenehmigungen im ersten Halbjahr

Im Wohnungsbau geht es aufwärts: Im ersten Halbjahr wurden Baugenehmigungen für 126.300 Wohnungen erteilt, das waren 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Dies sei der stärkste Anstieg seit 2016 - allerdings sei er auch von einem niedrigen Niveau aus erfolgt. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) führte die hohe Zahl der Genehmigungen auf die Politik der Regierung zurück.

Sachsen-Anhalts Regierungschef Schulze warnt vor Wahl des BSW

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) geht davon aus, dass das BSW im Falle eines Einzugs in den Landtag AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ins Amt des Ministerpräsidenten verhelfen würde. "Wenn es das BSW in den Landtag schafft, wird es schwer, eine AfD-Regierung zu verhindern", sagte Schulze der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagsausgabe). "Das BSW wird die AfD zu hundert Prozent unterstützen."

Textgröße ändern: