Deutsche Tageszeitung - Jugendliche Filmerin von George Floyds Tod von Pulitzer-Jury ausgezeichnet

Jugendliche Filmerin von George Floyds Tod von Pulitzer-Jury ausgezeichnet


Jugendliche Filmerin von George Floyds Tod von Pulitzer-Jury ausgezeichnet
Jugendliche Filmerin von George Floyds Tod von Pulitzer-Jury ausgezeichnet / Foto: ©

Die junge Frau, die vor rund einem Jahr die Festnahme und Tötung des Afroamerikaners George Floyd per Video aufgezeichnet hat, ist mit einem Pulitzer-Sonderpreis ausgezeichnet worden. In einer "besonderen Erwähnung" würdigte die Jury des renommierten US-Journalismus-Preises am Freitag den Mut, den die 18-jährige Darnella Frazier mit ihrem Griff zum Handy bewiesen habe. Fraziers Video von dem brutalen Polizeieinsatz gegen Floyd war um die Welt gegangen und hatte international Proteste gegen rassistische Polizeigewalt ausgelöst.

Textgröße ändern:

Frazier erhalte die Auszeichnung, weil sie "den Mord an George Floyd mutig aufgezeichnet hat, ein Video, das rund um die Welt Proteste gegen Polizeigewalt angeregt hat", erklärte die Jury. Fraziers Video unterstreiche die "wesentliche Rolle von Bürgern im Streben von Journalisten nach Wahrheit und Gerechtigkeit".

Ebenfalls im Zusammenhang mit der Berichterstattung über den Tod Floyds ausgezeichnet wurde die Zeitung "Star Tribune of Minneapolis". Für ihre Berichterstattung über die Corona-Pandemie erhielt die "New York Times" einen Pulitzer-Preis. Erstmals mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde das Online-Medium Buzzfeed, das die Jury mit einem Beitrag über chinesische Gefangenenlager für Muslime überzeugte.

Floyds Tod am 25. Mai 2020 hatte international für Entsetzen gesorgt. Der weiße Polizist Derek Chauvin hatte dem wegen Falschgeldvorwürfen festgenommenem Floyd neuneinhalb Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl der 46-Jährige wiederholt klagte, er bekomme keine Luft mehr.

Chauvin wurde im April unter anderem des Mordes zweiten Grades - in Deutschland etwa schwerer Totschlag - schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll am 25. Juni verkündet werden. In dem Prozess gegen Chauvin war auch Frazier als Zeugin angehört worden.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

AfD-Triumph in Sachsen-Anhalt könnte rechtsextremistische Regierung ermöglichen

Historische Zäsur in Sachsen-Anhalt: Der Erdrutschsieg der AfD bei der Landtagswahl sendet Schockwellen ins Land. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik greift mit der AfD eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei nach der Macht. Dabei könnte dem BSW eine Schlüsselrolle zukommen, sofern es die Partei in den Landtag schafft. Die heftige Pleite für die Christdemokraten heizte die Debatte über den Kurs der Bundes-CDU unter Kanzler Friedrich Merz an.

Chef von CDU-Sozialflügel fordert Merz zu Kurswechsel auf

Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, hat Bundeskanzler Friedrich Merz nach der Wahlschlappe in Sachsen-Anhalt zu einem Kurswechsel aufgefordert. "Mit den üblichen Phrasen von einem bitteren Abend und notwendiger Analyse ist es nicht getan", sagte Radtke am Sonntagabend der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Die von Merz geführte Bundes-CDU müsse stärker als bisher die Belange von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern vertreten.

Cyberangriff auf Berliner Senatsverwaltung: Hacker veröffentlichen weitere Daten

Nach dem großangelegten Hackerangriff auf die Berliner Senatsverwaltung haben die Täter in der Nacht zum Sonntag ein weiteres Datenpaket unter anderem mit Zugangsdaten veröffentlicht. Das teilte der Senat am Sonntag in der Bundeshauptstadt mit. Die nach der ersten Veröffentlichung gestohlener Informationen am Freitag ergriffenen Maßnahmen seien vorsorglich nochmals "in einigen Aspekten nachgeschärft" worden. Bei der Nutzung von Fachverfahren der betroffenen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen seien deshalb kurzfristige Einschränkungen möglich, hieß es weiter.

AfD gewinnt in Sachsen-Anhalt haushoch gegen CDU – absolute Mehrheit unklar

Historischer Sieg für die AfD, heftige Pleite der CDU und verschärfte Debatten über die Zukunft von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntag die politische Landschaft in Deutschland verändert. Ob die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD in mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erstmals einen Ministerpräsidenten stellt, war zunächst nicht absehbar - der unterlegende CDU-Ministerpräsident Sven Schulze wertete das Wahlergebnis aber als Zeichen der Bürger und "Demokratie".

Textgröße ändern: