Deutsche Tageszeitung - Grüne wollen Gutverdienende stärker zur Kasse bitten

Grüne wollen Gutverdienende stärker zur Kasse bitten


Grüne wollen Gutverdienende stärker zur Kasse bitten
Grüne wollen Gutverdienende stärker zur Kasse bitten / Foto: ©

Die Grünen ziehen mit der Forderung nach höheren Steuern für Gutverdienende in den Bundestagswahlkampf: Ab einem Jahreseinkommen von 100.000 Euro für Alleinstehende und 200.000 Euro für Paare soll eine neue Stufe mit einem Steuersatz von 45 Prozent eingeführt werden, wie der digitale Parteitag am Samstagabend beschloss. Ab 250.000 beziehungsweise 500.000 Euro sieht das Wahlprogramm eine weitere Stufe mit einem Spitzensteuersatz von 48 Prozent vor. Ein Änderungsantrag, die Steuersätze für diese beiden Stufen deutlich höher anzusetzen, fand keine Mehrheit.

Textgröße ändern:

Aktuell gilt für Einkommen ab 57.919 Euro pro Person ein Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Eine Reichensteuer von 45 Prozent greift ab einem Einkommen von 274.613 Euro pro Person.

Die Abgeltungssteuer für Kapitalerträge wollen die Grünen abschaffen und diese Einkommen stattdessen wieder progressiv besteuern. Das bewirke, dass diejenigen mit hohen Zinseinkommen und Spekulationsgewinnen höhere Steuern zahlen müssten und Aktienkleinanleger entlastet würden.

Zudem werben die Grünen für eine Vermögensteuer. Die den Bundesländern zustehende Steuer solle ab zwei Millionen Euro pro Person gelten und ein Prozent jährlich betragen. Die Länder sollten die Einnahmen daraus für die Finanzierung der wachsenden Bildungsaufgaben einsetzen, heißt es im Grünen-Wahlprogramm.

Die Schuldenbremse im Grundgesetz soll so geändert werden, dass begrenzt Kredite aufgenommen werden dürfen, mit denen öffentliche Investitionen finanziert werden.

Das Kapitel "In die Zukunft wirtschaften" wurde von den Delegierten am Samstagabend mit großer Mehrheit beschlossen. Die Schlussabstimmung für das gesamte Programm zur Bundestagswahl soll am Sonntag erfolgen.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Trump bringt Angriffe auf weitere Ziele im Iran ins Spiel

US-Präsident Donald Trump hat mögliche neue Angriffe auf Ziele im Iran ins Spiel gebracht. "Wir haben ihr Atomprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um, ich würde sagen, ein oder zwei Anlagen kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen", sagte Trump am Samstag vor Journalisten auf seinem Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida.

Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich - insgesamt 565 Festnahmen

Bei Ausschreitungen am Rande landesweiter Massenproteste in Frankreich sind am Samstag 565 Menschen festgenommen worden. Dies teilte das französische Innenministerium am Abend mit. In Paris wurden zudem fünf Sicherheitskräfte verletzt, darunter drei durch Molotowcocktails, wie die Polizeipräfektur mitteilte. Bei einem der Angriffe geriet die Uniform eines Gendarmen durch einen Molotowcocktail in Brand.

Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt - mehr als 30 Festnahmen

Nach zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten ist es am Samstagabend in der Innenstadt von Frankfurt am Main zu schweren Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizisten und Plünderungen gekommen. Nach Angaben der Polizei bewarfen Randalierer Einsatzkräfte mit Molotowcocktails und schlugen die Fensterscheiben mehrerer Geschäfte ein, darunter die eines Waffenladens. Bis zum späten Abend wurden demnach mehr als 30 Menschen vorläufig festgenommen.

Ausschreitungen nach "GenZ"-Protest in Berlin: 27 leichtverletzte Polizisten und viele Festnahmen

Bei Ausschreitungen nach Jugendprotesten der bundesweiten Initiative "GenZ regelt" sind in Berlin nach Polizeiangaben 27 Beamte leicht verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte am späten Samstagabend, bei einer Versammlung mit bis zu 3500 Teilnehmern, die am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte begonnen hatte, sei es zu "zahlreichen Straftaten" gekommen. Darunter seien Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz.

Textgröße ändern: