Deutsche Tageszeitung - Hessischer Landtags-Alterspräsident Kahnt aus AfD ausgetreten

Hessischer Landtags-Alterspräsident Kahnt aus AfD ausgetreten


Hessischer Landtags-Alterspräsident Kahnt aus AfD ausgetreten
Hessischer Landtags-Alterspräsident Kahnt aus AfD ausgetreten / Foto: ©

Gut acht Monate nach dem Ausschluss des Abgeordneten Rolf Kahnt aus der AfD-Fraktion im hessischen Landtag ist der 76-Jährige aus der Partei ausgetreten. Wie der AfD-Landesverband Hessen am Sonntag in Wiesbaden mitteilte, begründete der Alterspräsident des hessischen Landtags seine Entscheidung am Samstag damit, dass es in der Partei "zunehmend rechtsextreme Entwicklungen" gebe. Der Landesverband warf Kahnt vor, er habe zunehmend anderen Parteien gefallen wollen.

Textgröße ändern:

Die hessische AfD-Fraktion hatte Kahnt im Oktober wegen "unkollegialen" Verhaltens ausgeschlossen. Damals hieß es, der Abgeordnete und seine Fraktion hätten sich "entfremdet".

Zu dem Parteiaustritt erklärte AfD-Landessprecher Klaus Herrmann, Kahnt habe sich "in seiner Zeit als Landessprecher von 2015 bis 2017 Verdienste in der Aufbauarbeit für die Partei erworben" und sei "zunächst parteiintern sehr geachtet" gewesen. Mit der Zeit habe sich "die interne Zusammenarbeit jedoch immer schwieriger" gestaltet.

Auf die Ablehnung der AfD durch die anderen Fraktionen habe Kahnt reagiert, "indem er ihnen, ohne Rücksicht auf die politischen Positionen der AfD, zunehmend zu gefallen suchte", kritisierte Herrmann. Kahnts Austritt sei "insofern nicht überraschend, sondern eine logische Konsequenz".

AfD-Landessprecher Robert Lambrou ergänzte: "Radikalisiert hat sich nicht die AfD Hessen, sondern Rolf Kahnt in seinem Wunsch, in Reaktion auf die Ablehnung durch die Altparteien, gesellschaftlich gemocht zu werden". Dies habe gegipfelt "in einer Form von Egozentrik, die von der Fraktion nicht mehr akzeptiert werden" konnte. Die Gegensätze seien "am Ende nicht mehr zu kitten" gewesen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Stichwahl ums Präsidentenamt in Bulgarien

In Bulgarien entscheidet sich am Sonntag in einer Stichwahl, wer künftig an der Spitze des Staates steht. Die russlandfreundliche derzeitige Präsidentin Ilijana Jotowa steht dabei ihrem prowestlichen Herausforderer Andrej Gjurow gegenüber. Im ersten Durchgang vor einer Woche lag Jotowa mit 35 Prozent der Stimmen nur knapp vor Gjurow, der auf 32 Prozent kam.

Trump bringt Angriffe auf weitere Ziele im Iran ins Spiel

US-Präsident Donald Trump hat mögliche neue Angriffe auf Ziele im Iran ins Spiel gebracht. "Wir haben ihr Atomprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um, ich würde sagen, ein oder zwei Anlagen kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen", sagte Trump am Samstag vor Journalisten auf seinem Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida.

Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich - insgesamt 565 Festnahmen

Bei Ausschreitungen am Rande landesweiter Massenproteste in Frankreich sind am Samstag 565 Menschen festgenommen worden. Dies teilte das französische Innenministerium am Abend mit. In Paris wurden zudem fünf Sicherheitskräfte verletzt, darunter drei durch Molotowcocktails, wie die Polizeipräfektur mitteilte. Bei einem der Angriffe geriet die Uniform eines Gendarmen durch einen Molotowcocktail in Brand.

Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt - mehr als 30 Festnahmen

Nach zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten ist es am Samstagabend in der Innenstadt von Frankfurt am Main zu schweren Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizisten und Plünderungen gekommen. Nach Angaben der Polizei bewarfen Randalierer Einsatzkräfte mit Molotowcocktails und schlugen die Fensterscheiben mehrerer Geschäfte ein, darunter die eines Waffenladens. Bis zum späten Abend wurden demnach mehr als 30 Menschen vorläufig festgenommen.

Textgröße ändern: