Deutsche Tageszeitung - Merkel: Nato-Beschlüsse zu China nicht "überbewerten"

Merkel: Nato-Beschlüsse zu China nicht "überbewerten"


Merkel: Nato-Beschlüsse zu China nicht "überbewerten"
Merkel: Nato-Beschlüsse zu China nicht "überbewerten" / Foto: ©

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Verhältnis der Nato zu China für eine ausgewogene Herangehensweise geworben. Niemand solle die Beschlüsse der Militärallianz zu China "überbewerten", sagte Merkel am Montag nach dem Nato-Gipfel in Brüssel. "Wir müsen da die richtige Balance finden."

Textgröße ändern:

Die Nato-Staats- und Regierungschefs nahmen in ihrer Gipfel-Erklärung erstmals ausführlicher Bezug auf China. Die Volksrepublik stelle durch ihr Verhalten "eine systemische Herausforderung für die regelbasierte internationale Ordnung" dar, hieß es darin. Die Nato sei besorgt über eine "Politik des Zwangs", die im Gegensatz zu Grundwerten der Allianz stehe. Peking baue zudem schnell sein Atomwaffenarsenal aus und kooperiere auch militärisch mit Russland

"China ist Rivale in vielen Fragen, aber China ist gleichzeitig auch Partner für viele Fragen", sagte Merkel. Für Aufmerksamkeit sorge in der Nato, dass China mit Russland außenpolitisch ein "zum Teil sehr gutes und abgestimmtes Zusammenwirken" habe. Zudem verfolge die Allianz die hybriden und Cyberaktionen "sowohl von Russland als auch von China" und sehe darin "natürlich auch neue Herausforderungen".

Dass die Nato nun auch China in den Blick nehme, hänge damit zusammen, dass die USA "auch eine pazifische Nation" seien, sagte Merkel. "Und hier ist der ökonomische und auch der militärische Aufstieg von China natürlich ein Thema."

Sie finde es deshalb "ganz wichtig", dass die Nato China ähnlich wie bei Russland auch einen Dialog anbiete, um Lösungen bei Konfliktthemen zu finden, sagte Merkel. Gleichzeitig sei es vor diesem Hintergrund wichtig, dass sich die Nato "mehr politisch" abstimme, wie dies nun in der Reform der der Allianz vorgesehen sei.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Stichwahl ums Präsidentenamt in Bulgarien

In Bulgarien entscheidet sich am Sonntag in einer Stichwahl, wer künftig an der Spitze des Staates steht. Die russlandfreundliche derzeitige Präsidentin Ilijana Jotowa steht dabei ihrem prowestlichen Herausforderer Andrej Gjurow gegenüber. Im ersten Durchgang vor einer Woche lag Jotowa mit 35 Prozent der Stimmen nur knapp vor Gjurow, der auf 32 Prozent kam.

Trump bringt Angriffe auf weitere Ziele im Iran ins Spiel

US-Präsident Donald Trump hat mögliche neue Angriffe auf Ziele im Iran ins Spiel gebracht. "Wir haben ihr Atomprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um, ich würde sagen, ein oder zwei Anlagen kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen", sagte Trump am Samstag vor Journalisten auf seinem Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida.

Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich - insgesamt 565 Festnahmen

Bei Ausschreitungen am Rande landesweiter Massenproteste in Frankreich sind am Samstag 565 Menschen festgenommen worden. Dies teilte das französische Innenministerium am Abend mit. In Paris wurden zudem fünf Sicherheitskräfte verletzt, darunter drei durch Molotowcocktails, wie die Polizeipräfektur mitteilte. Bei einem der Angriffe geriet die Uniform eines Gendarmen durch einen Molotowcocktail in Brand.

Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt - mehr als 30 Festnahmen

Nach zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten ist es am Samstagabend in der Innenstadt von Frankfurt am Main zu schweren Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizisten und Plünderungen gekommen. Nach Angaben der Polizei bewarfen Randalierer Einsatzkräfte mit Molotowcocktails und schlugen die Fensterscheiben mehrerer Geschäfte ein, darunter die eines Waffenladens. Bis zum späten Abend wurden demnach mehr als 30 Menschen vorläufig festgenommen.

Textgröße ändern: