Deutsche Tageszeitung - "Juneteenth" ist in den USA jetzt nationaler Feiertag

"Juneteenth" ist in den USA jetzt nationaler Feiertag


"Juneteenth" ist in den USA jetzt nationaler Feiertag
"Juneteenth" ist in den USA jetzt nationaler Feiertag / Foto: ©

In den USA ist der 19. Juni, an dem unter dem Namen "Juneteenth" an das Ende der Sklaverei erinnert wird, fortan ein nationaler Feiertag. US-Präsident Joe Biden unterzeichnete am Donnerstag im Weißen Haus ein entsprechendes Gesetz, das vom Kongress mit überwältigender Mehrheit beschlossen worden war. "Juneteenth" ist damit der zwölfte offizielle landesweite Feiertag - und der erste neue Feiertag dieser Art seit 38 Jahren.

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"Das ist ein wirklich wichtiger Moment in unserer Geschichte", sagte Biden. "Indem wir ’Juneteenth’ zu einem bundesweiten Feiertag machen, können alle Amerikaner die Macht dieses Tages spüren, von unserer Geschichte lernen und den Fortschritt feiern."

"’Juneteenth’ markiert sowohl die lange und schwierige Nacht der Sklaverei als auch das Versprechen eines besseren Morgens", sagte der Präsident. Die Sklaverei sei die"Erbsünde Amerikas", deren Folgen noch heute zu spüren seien. Das "Versprechen" einer Gleichbehandlung aller sei noch nicht erfüllt.

"Juneteenth" ist ein Schachtelwort aus den englischen Wörtern für Juni und 19. Am 19. Juni 1865 - zwei Monate nach der Kapitulation der im Bürgerkrieg für den Erhalt der Sklaverei kämpfenden Südstaaten - hatte ein Nordstaaten-General in Galveston im Bundesstaat Texas die Freilassung aller Sklaven verkündet.

Präsident Abraham Lincoln hatte zwar bereits mit der am 1. Januar 1863 in Kraft getretenen Emancipation Proclamation die Freilassung aller Sklaven in den abtrünnigen Südstaaten angeordnet. Dies wurde aber in den Gebieten, in denen die Konföderierten die Kontrolle hatten, nicht durchgesetzt.

Deswegen kommt dem 19. Juni 1865 eine so große symbolische Bedeutung zu. Endgültig offiziell abgeschafft wurde die Sklaverei in den USA dann durch den am 6. Dezember 1865 ratifizierten 13. Zusatz zur US-Verfassung.

"Juneteenth" wurde lange Zeit vor allem von Afroamerikanern begangen. In den vergangenen Jahren hat der Tag aber angesichts der Debatte über das Erbe der Sklaverei und anhaltenden Rassismus in den USA auch in anderen Bevölkerungsgruppen an Bedeutung gewonnen, unter anderem angesichts von Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze.

Die Einführung des neuen Feiertages wurde mit seltener parteiübergreifender Einigkeit gemeinsam von den Demokraten und oppositionellen Republikanern beschlossen. Der Senat votierte am Dienstag einstimmig dafür, "Juneteenth" zu einem nationalen Feiertag zu machen. Am Mittwoch passierte der Text dann das Repräsentantenhaus mit einer Mehrheit von 415 gegen 14 Stimmen.

Er wurde nun von Präsident Biden mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt. Weil der 19. Juni in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, bekommen Bundesbedienstete bereits am Freitag frei.

(V.Sørensen--DTZ)

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