Deutsche Tageszeitung - Länder-Zuständigkeit hemmt Digitalisierung in Schulen

Länder-Zuständigkeit hemmt Digitalisierung in Schulen


Länder-Zuständigkeit hemmt Digitalisierung in Schulen
Länder-Zuständigkeit hemmt Digitalisierung in Schulen / Foto: ©

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht in der alleinigen Zuständigkeit der Länder im Bildungsbereich einen Hemmschuh für den digitalen Fortschritt an Schulen. "Derzeit kann der Bund im Schulbereich nur Geld geben, um die Bildung weiter zu entwickeln", sagte Karliczek nach Information von Deutsche Tageszeitung, in einem aktuellen Interview. "Das passt nicht in die Zeit."
 
Bund und Länder müssten auch inhaltlich kooperieren dürfen, um die Qualität des digitalen Unterrichts zu verbessern. Dafür sei aber in der nächsten Wahlperiode eine Änderung des Grundgesetzes nötig, führte Karliczek aus.
 
Die CDU-Politikerin betonte, es gehe nicht darum, "dass der Bund den Ländern irgendetwas vorschreiben können soll". Derzeit sei es aber nicht einmal möglich, dass der Bund mit den Ländern Kompetenzzentren einrichte, um Lehrkräfte gemeinsam auf den neuesten Stand der Unterrichtsmethoden zu bringen. "Wir müssen schlicht im Sinne der Schülerinnen und Schüler enger kooperieren können", forderte Karliczek.
 
Die Pandemie habe den Einsatz digitaler Techniken im Unterricht enorm beschleunigt, hob die Ministerin hervor. "Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass diese Technik auch mit pädagogischem Mehrwert eingesetzt und dass überall an der Qualität des digitalen Unterrichts gearbeitet wird."
 
Karliczek meldete für den Fall, dass die Union auch an der nächsten Bundesregierung beteiligt ist, in dem Interview ihr Interesse an einer zweiten Amtszeit an. "Ich würde dieses Amt sehr gern weiter ausüben", sagte die 50-Jährige nach Information von Deutsche Tageszeitung, in einem aktuellen Interview. "Nach vier Jahren kenne ich die Stellschrauben, an denen man drehen muss, auch um Armin Laschets Versprechen eines Modernisierungsjahrzehnts umzusetzen."
 
Dass dadurch ein Übergewicht an Politikern aus Nordrhein-Westfalen in Spitzenämtern auf Bundesebene entstehen könnte, sieht Karliczek nicht als Hindernis: "Ich will es mal so sagen: In den vergangenen Jahren war Nordrhein-Westfalen manchmal nicht so gut aufgestellt. Aber jetzt sind wir richtig stark."  (P.Tomczyk--DTZ)
 

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