Deutsche Tageszeitung - Ausarbeitung der neuen chilenischen Verfassung beginnt Anfang Juli

Ausarbeitung der neuen chilenischen Verfassung beginnt Anfang Juli


Ausarbeitung der neuen chilenischen Verfassung beginnt Anfang Juli
Ausarbeitung der neuen chilenischen Verfassung beginnt Anfang Juli / Foto: ©

In Chile beginnt Anfang Juli die Ausarbeitung einer neuen Verfassung. Präsident Sebastián Piñera teilte am Sonntag mit, er habe die 155 Mitglieder der verfassunggebenden Versammlung für den 4. Juli ins Gebäude der Nationalversammlung eingeladen. Die neue Verfassung soll die aktuelle Verfassung ablösen, die noch aus der Ära des Dikators Augusto Pinochet (1973-90) stammt.

Textgröße ändern:

Die verfassunggebende Versammlung hat normalerweise neun Monate Zeit, um ihre Beratungen abzuschließen. Falls erforderlich, kann diese Frist um drei Monate verlängert werden. Die neue Verfassung bedarf einer Zwei-Drittel-Mehrheit in der verfassunggebenden Versammlung, bevor die Bevölkerung in einem Referendum über sie abstimmt.

Die Ausarbeitung einer neuen Verfassung war eine der zentralen Forderungen einer Protestwelle im Jahr 2019. Die 155 Mitglieder der verfassunggebenden Versammlung wurden im Mai gewählt. Dabei wandten sich viele Wähler von den traditionellen politischen Parteien ab. Sie entsandten vor allem unabhängige Kandidaten in das Gremium, wobei Bewerber mit einem linken oder sozialistischen Profil den stärksten Rückhalt erhielten.

Aufgabe der verfassunggebenden Versammlung wird sein, starke Forderungen aus der Bevölkerung nach einem tiefgreifenden sozialen Wandel zu berücksichtigen und zugleich Garantien für einen Erhalt einer robusten Wirtschaft auszusprechen. Die bisherige Verfassung aus dem Jahr 1980 wird von vielen für die tiefe Kluft zwischen Arm und Reich in dem Land verantwortlich gemacht.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Hunderte Festnahmen bei Protest gegen Verbot von propalästinensischer Gruppe in London

Bei einer Solidaritätskundgebung für die als Terrororganisation eingestufte Gruppe Palestine Action sind in der britischen Hauptstadt London am Samstag mehr als 300 Menschen festgenommen worden. Insgesamt seien 325 Menschen in Gewahrsam genommen worden, erklärte die Londoner Polizei am Sonntag. Die Festnahmen erfolgten demnach "wegen der Unterstützung einer verbotenen Organisation nach den Anti-Terror-Gesetzen".

Ausschreitungen nach "GenZ"-Protest in Köln: Mehr als 20 Polizisten verletzt

Bei Ausschreitungen nach der "GenZ"-Demonstration in Köln ist es nach Polizeiangaben unter anderem zu einem Angriff auf ein Geschäft sowie massiven Attacken auf Einsatzkräfte gekommen. Wie die örtliche Polizei am Sonntag mitteilte, wurden einer ersten Bilanz zufolge 23 Beamte verletzt und mehrere Verdächtige in Gewahrsam genommen. Im Rucksack eines festgenommenen 56-Jährigen fanden die Einsatzkräfte demnach Molotowcocktails sowie Stichwaffen.

Hessens Innenminister: Bis zu 1500 gewaltbereite Störer bei Krawallen in Frankfurt

Bei schweren Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt am Main sind Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) zufolge am Samstagabend 17 Geschäfte beschädigt und fünf davon geplündert worden. 54 Verdächtige seien festgenommen und mehr als zehn Polizisten verletzt worden, sagte Poseck am Sonntag vor Journalisten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Stadtverwaltung und Polizei.

Spannung steigt vor US-Kongresswahlen - Richterin weist Weißes Haus in die Schranken

Die Spannung steigt - nicht nur in den USA: Am Dienstag stehen die Kongresswahlen an, die das Machtverhältnis in Washington deutlich verändern könnten. Bei den sogenannten Midterms geht es um die künftigen Mehrheiten in beiden Kongresskammern - die Demokraten wollen den Republikanern von US-Präsident Donald Trump sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat entreißen. Kurz vor dem Urnengang untersagte eine Bundesrichterin der US-Regierung, Wahlbeamten und Wahlhelfern mit Strafverfolgung zu drohen.

Textgröße ändern: