Deutsche Tageszeitung - Iranisches Akw Buschehr nach "technischem Fehler" vorübergehend heruntergefahren

Iranisches Akw Buschehr nach "technischem Fehler" vorübergehend heruntergefahren


Iranisches Akw Buschehr nach "technischem Fehler" vorübergehend heruntergefahren
Iranisches Akw Buschehr nach "technischem Fehler" vorübergehend heruntergefahren / Foto: ©

Wegen eines "technischen Fehlers" ist das einzige iranische Atomkraftwerk Buschehr heruntergefahren worden. Die Anlage sei "vorübergehend abgeschaltet und vom Stromnetz genommen worden", teilte die iranische Atomenergiebehörde in der Nacht zu Montag auf ihrer Internetseite mit. Eine genauere Beschreibung des Problems gab es zunächst nicht.

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"Wenn der technische Fehler behoben wurde, wird die Anlage natürlich wieder an das nationale Stromnetz angeschlossen", hieß es in der kurzen Stellungnahme der Behörde weiter. Dies solle "in einigen Tagen" der Fall sein.

Die iranische Stromgesellschaft hatte die Bürger am Sonntag aufgefordert, ihren Verbrauch während der Spitzenzeiten zu minimieren. Als Gründe nannte sie einen "vorhergesagten Temperaturanstieg" und "Einschränkungen der Stromerzeugung wegen laufender Reparaturen im Werk Buschehr". Die Arbeiten könnten bis zum Ende der Woche andauern.

Das Atomkraftwerk Buschehr ist das einzige des Irans. Es liegt im Süden in der Provinz Buschehr am Persischen Golf. Da die Gegend erdbebengefährdet ist, blicken die Anrainerstaaten mit Sorge auf das Akw.

Die Anlage mit einem 1000-Megawatt-Reaktor wurde mit russischer Hilfe erbaut und im September 2011 in Betrieb genommen. 2013 wurde das Akw nach jahrelanger Verzögerung offiziell übergeben. 2016 begannen russische und iranische Firmen mit dem Bau zweier zusätzlicher Reaktoren in Buschehr. Dies dauert voraussichtlich rund zehn Jahre.

Am Sonntag waren in Wien die Verhandlungen zur Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran fortgesetzt worden. "Wir sind näher an einer Einigung, aber wir sind noch nicht am Ziel", sagte EU-Unterhändler Enrique Mora. Wann die nächste Verhandlungsrunde beginnt, ist unklar. Am Samstag hatte der ultrakonservative Kandidat Ebrahim Raisi die Präsidentschaftswahl im Iran gewonnen.

Die Vereinbarung soll verhindern, dass Teheran die Fähigkeit zum Bau einer Atombombe erlangt. Die zivile Nutzung von Atomkraft ist erlaubt.

Die USA waren 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Atomabkommen ausgestiegen und hatten neue massive Sanktionen gegen den Iran in Kraft gesetzt. Als Reaktion zog sich Teheran schrittweise von seinen Verpflichtungen aus dem Abkommen zurück.

(M.Dylatov--DTZ)

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