Deutsche Tageszeitung - Baerbock fordert neuen Aufbruch in Europa

Baerbock fordert neuen Aufbruch in Europa


Baerbock fordert neuen Aufbruch in Europa
Baerbock fordert neuen Aufbruch in Europa / Foto: ©

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat einen neuen Aufbruch in Europa angemahnt. "Erneuern wir das Versprechen in die Zukunft Europas, machen wir es besser", sagte die Grünen-Vorsitzende am Donnerstag im Bundestag. In diesem Jahrzehnt gehe es darum, "einen klimagerechten Wohlstand in Europa zu schaffen", sagte Baerbock in ihrer Erwiderung auf die Regierungserklärung von Busenkanzlerin Angela Merkel (CDU).

Textgröße ändern:

Europa müsse so modernisiert werden, "dass wir auf den Märkten der Zukunft klimaneutral eine Chance haben". Dies sei die Grundlage dafür, die Stärke Europas, das soziale Versprechen, die Daseinsvorsorge für alle, im 21. Jahrhundert zu sichern. Es sei zudem der "soziale Kitt", der Europa zusammenhalte - gerade im Wettstreit mit autoritären Regimen.

Auf dem Europäischen Rat würden zwar die richtigen Themen angesprochen. "Aber die richtigen Antworten für einen europäischen Aufbruch, die sucht man vergebens".

Europa habe mit dem "Green Deal" zwar den richtigen Plan vorgelegt, sagte Baerbock weiter. "Aber diesem Green Deal fehlt der pulsierende Herzschlag", weil die größte Regierung Europas das blockiere. "Mit Pathos und Analyse allein erneuern wir Europas Versprechen nicht", sagte Baerbock an die Adresse der Bundesregierung. Die USA hätten das erkannt und kämen mit viel Geld aus der Krise heraus - etwa für die Infrastruktur und die Energiewende.

Deutschland erhalte zwar etwa 25 Milliarden Euro aus dem Wiederaufbau-Plan der EU, das Geld fließe aber nicht wie vorgesehen maßgeblich in Maßnahmen für Klimaschutz und Digitalisierung. Damit würden vielmehr zu 80 Prozent Maßnahmen finanziert, die bereits im Konjunkturprogramm der Regierung enthalten seien. "Das ist nichts Neues, das ist alter Wein aus neuen Schläuchen", kritisierte die Kanzlerkandidatin der Grünen. "Und damit schaffen wir keine Zukunft."

Baerbock würdigte in ihrer Rede zugleich Merkels Leistungen für ein einiges Europa. "Sehr, sehr viele Menschen sind Ihnen dankbar dafür, dass Sie dieses Europa in Krisenzeiten zusammengehalten haben", betonte die Grünen-Vorsitzende. Merkels zuvor gehaltene Regierungserklärung zu dem am Donnerstag beginnende EU-Gipfel war die vermutlich letzte Rede der Kanzlerin im Bundestag.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Vermögen und Onlineaktivitäten: China verstärkt Kontrolle von Partei-Funktionären

Die Kommunistische Partei Chinas will die Aufsicht über ihre Funktionäre verschärfen, indem sie deren Vermögen und Onlineaktivitäten genau untersucht. Dies geht aus einem Dokument hervor, das die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag nach Abschluss der Sitzung des Zentralkomitees der Partei in Peking veröffentlichte. In der mehrtägigen Sitzung war es vor allem um Führungsverhalten und den Kampf gegen Korruption gegangen.

Massive Gewalt nach "GenZ-Protesten" - Plünderungen in Frankfurt am Main

Die Befürchtungen vor Gewalt rund um die bundesweiten "GenZ"-Protesten haben sich teilweise bestätigt. In Frankfurt am Main kam es in der Nacht zu Sonntag nach Behördenangaben zu massiven Angriffen auf Einsatzkräfte und der Plünderung mehrerer Geschäfte, der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) machte gewaltbereite Störer mit Migrationshintergrund verantwortlich. Auch in Köln und Hamburg kam es nach Angaben der Polizei zu Ausschreitungen.

Hamas-Behörden melden acht Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben der Hamas-Behörden acht Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Fünf Menschen starben nach Angaben des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes am Sonntag in Chan Junis, drei weitere Todesopfer gab es demnach in der Stadt Gaza. Das Hamas-Innenministerium erklärte, die israelische Luftwaffe habe in Chan Junis Polizisten angegriffen. Die israelische Armee gab an, sie habe "Terroristen" ins Visier genommen.

Überschattet von Spannungen im Schwarzen Meer: Präsidenten-Stichwahl in Bulgarien

Vor dem Hintergrund mehrerer Drohnenangriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer hat Bulgarien am Sonntag in einer Stichwahl sein neues Staatsoberhaupt gewählt. Die russlandfreundliche Amtsinhaberin Ilijana Jotowa trat dabei gegen den prowestlichen Herausforderer Andrej Gjurow an. Die Abstimmung galt vor allem als Entscheidung über den künftigen außenpolitischen Kurs Bulgariens - vor allem mit Blick auf den Ukraine-Krieg und das Verhältnis zu Moskau.

Textgröße ändern: