Deutsche Tageszeitung - Bei antisemitischen Straftaten wird künftig die Einbürgerung verweigert

Bei antisemitischen Straftaten wird künftig die Einbürgerung verweigert


Bei antisemitischen Straftaten wird künftig die Einbürgerung verweigert
Bei antisemitischen Straftaten wird künftig die Einbürgerung verweigert / Foto: ©

Wer sich einer antisemitischen Straftat schuldig gemacht hat, kann künftig nicht mehr die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen. Dies gilt unabhängig von der Höhe der Strafe, wie die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ute Vogt, der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag sagte. Die Neuregelung soll am frühen Freitagmorgen im Zuge einer Mammutsitzung des Bundestages ebenso wie weitere innen- und rechtspolitische Vorhaben der Koalition verabschiedet werden.

Textgröße ändern:

"Bei unserem Änderungsantrag geht es darum klarzustellen, dass Menschen, die wegen einer antisemitischen, rassistischen, fremdenfeindlichen oder menschenverachtenden Tat verurteilt wurden, nicht eingebürgert werden", sagte Vogt. Das gelte unabhängig von der Höhe der Strafe. "Damit setzen wir ein wichtiges Zeichen gegen Hass und Hetze und Antisemitismus." Die SPD habe in den Verhandlungen mit der Union eine "praktikablen Lösung" durchgesetzt.

Nach Löschung der Verurteilung aus dem Bundeszentralregister dürfe eine antisemitische Straftat der Einbürgerung aber nicht mehr entgegenstehen, sagte Vogt. "Es gilt dann ein Verwertungsverbot." Das Staatsangehörigkeitsrecht sei "allerdings nur ein kleines Puzzlestück bei der Bekämpfung menschenfeindlicher Einstellungen", sagte Vogt weiter. Daher sei es "mehr als scheinheilig", wenn sich die Union erst als engagiert präsentiere, dann aber wichtige Gesetzesvorhaben wie das Wehrhafte-Demokratie-Gesetz blockiere.

Das neue Gesetz regelt auch die so genannte Wiedergutmachungseinbürgerung. Dabei geht es darum, dass Nachfahren von NS-Verfolgten künftig die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen können, auch wenn sie aufgrund früherer Regelungen darauf keinen Anspruch hatten. "Das ist eine richtig gute und längst überfällige Regelung im Bereich des Staatsangehörigkeitsrechts", sagte Vogt.

Darüber hinaus soll der Bundestag am Freitagmorgen unter auch über die in der vergangenen Woche erzielten Einigungen zu den Feindeslisten, zum Stalking und zu kriminellen Handelsplattformen entscheiden. Die neuen Gesetze sollen am Freitag auch den Bundesrat passieren, um noch vor dem Ende der Legislaturperiode in Kraft treten zu können.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Russlandfreundliche Amtsinhaberin Jotowa gewinnt Präsidentschaftswahl in Bulgarien

Die russlandfreundliche Amtsinhaberin Ilijana Jotowa hat die Präsidentschaftswahl in Bulgarien Prognosen zufolge gewonnen. Die 62-Jährige setzte sich in der Stichwahl am Sonntag laut Nachwahlbefragungen klar gegen ihren pro-westlichen Herausforderer Andrej Gjurow durch. Jotowa kam demnach auf zwischen 50,7 und 52,5 Prozent, Gjurow auf zwischen 43,4 und 44 Prozent.

Vermögen und Onlineaktivitäten: China verstärkt Kontrolle von Partei-Funktionären

Die Kommunistische Partei Chinas will die Aufsicht über ihre Funktionäre verschärfen, indem sie deren Vermögen und Onlineaktivitäten genau untersucht. Dies geht aus einem Dokument hervor, das die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag nach Abschluss der Sitzung des Zentralkomitees der Partei in Peking veröffentlichte. In der mehrtägigen Sitzung war es vor allem um Führungsverhalten und den Kampf gegen Korruption gegangen.

Massive Gewalt nach "GenZ-Protesten" - Plünderungen in Frankfurt am Main

Die Befürchtungen vor Gewalt rund um die bundesweiten "GenZ"-Protesten haben sich teilweise bestätigt. In Frankfurt am Main kam es in der Nacht zu Sonntag nach Behördenangaben zu massiven Angriffen auf Einsatzkräfte und der Plünderung mehrerer Geschäfte, der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) machte gewaltbereite Störer mit Migrationshintergrund verantwortlich. Auch in Köln und Hamburg kam es nach Angaben der Polizei zu Ausschreitungen.

Hamas-Behörden melden acht Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben der Hamas-Behörden acht Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Fünf Menschen starben nach Angaben des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzes am Sonntag in Chan Junis, drei weitere Todesopfer gab es demnach in der Stadt Gaza. Das Hamas-Innenministerium erklärte, die israelische Luftwaffe habe in Chan Junis Polizisten angegriffen. Die israelische Armee gab an, sie habe "Terroristen" ins Visier genommen.

Textgröße ändern: