Deutsche Tageszeitung - Braun für intensivere Kontrollen und mehr Tests bei Reiserückkehrern offen

Braun für intensivere Kontrollen und mehr Tests bei Reiserückkehrern offen


Braun für intensivere Kontrollen und mehr Tests bei Reiserückkehrern offen
Braun für intensivere Kontrollen und mehr Tests bei Reiserückkehrern offen / Foto: ©

Angesichts der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat sich Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) für intensivere Kontrollen von Reiserückkehrern aus Risikogebieten ausgesprochen. Auch für zusätzliche, "möglicherweise auch verbindliche Tests", sei er offen, sagte Braun am Dienstag im "Morgenmagazin" des ZDF. "Wir müssen Delta zurückdrängen", betonte er.

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Braun appellierte an alle, die noch nicht vollständig gegen das Coronavirus geimpft wurden, sich zweimal pro Woche testen zu lassen. Das sei "absolut notwendig", um die Deltavariante zurückzudrängen, und gelte "ganz besonders" für Reiserückkehrer aus aller Welt, sagte Braun.

Der Kanzleramtsminister verteidigte die Regelung, dass Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten auch dann in Quarantäne müssen, wenn sie bereits über den vollen Impfschutz verfügen. Braun sagte im ZDF, bei einer neu auftretenden Mutante dauere es relativ lange, um sicherzugehen, dass die Impfstoffe wirken. Zudem müsse geklärt werden, ob Geimpfte das Virus weitergeben können.

"Deshalb ist es bei Virusvarianten richtig, dass auch Geimpfte in Quarantäne gehen", sagte Braun. Die Annahme, dass sich die Bundesregierung gegen verschärfte Regeln entschieden habe, sei ein "Riesenmissverständnis". "Wir haben in keiner Weise gesagt, dass wir einfach keine schärferen Regeln wollen", sagte der Kanzleramtschef.

Europaweit habe Deutschland mit der zweiwöchigen Quarantäne für Reiserückkehrer aus Virusvariantengebieten allerdings bereits die strengsten Regeln. "Unser Schwachpunkt ist, dass andere Länder in Europa die nicht auch haben", sagte Braun.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verteidigte wiederum die am Montag die von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) getroffene Entscheidung, die geltende Einreiseverordnung nicht zu verschärfen. "Mittlerweile haben wir sehr niedrigschwellig Millionen von Tests", sagte der CDU-Politiker zu NDR Info. Das sei vor einem Jahr anders gewesen.

Außerdem herrschten bereits relativ strenge Einreiseregeln in Deutschland, betonte auch Spahn. So müsse jeder beim Flug aus dem Ausland ein negatives Testergebnis vor dem Boarding vorzeigen, sagte der Minister.

Nach Brauns Angaben ist davon auszugehen, dass sich der Anteil der Infektionen mit der Delta-Variante inzwischen auf rund 50 Prozent weiterentwickelt habe. Auch Spahn sieht die Delta-Variante in Deutschland auf dem Vormarsch. In zwei bis drei Wochen werde "fast jede Infektion in Deutschland eine Delta-Variante sein", sagte er.

Durch Maßnahmen wie beispielsweise Impfen und Testen sei er aber zuversichtlich, dass die Infektionszahlen niedrig bleiben werden, sagte Spahn weiter. "Wir haben den Vorteil im Vergleich zum Vereinigten Königreich, dass Delta bei uns sehr stark wird in einer Zeit, wo die Infektionszahlen niedrig sind. Und jetzt liegt es an uns, dass es auch gelingt, das so zu halten."

(U.Stolizkaya--DTZ)

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