Deutsche Tageszeitung - Gutmann soll neue Botschafterin der USA in Deutschland werden

Gutmann soll neue Botschafterin der USA in Deutschland werden


Gutmann soll neue Botschafterin der USA in Deutschland werden
Gutmann soll neue Botschafterin der USA in Deutschland werden / Foto: ©

US-Präsident Joe Biden will die Präsidentin der Elitehochschule University of Pennsylvania, Amy Gutmann, als neue Botschafterin der USA nach Deutschland schicken. Die Regierung in Washington teilte diese Personalie der Bundesregierung offiziell mit, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Berliner Regierungskreisen erfuhr. Einen Termin für ihre Akkreditierung bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gebe es aber noch nicht. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, Biden werde Gutmann für den Posten in Berlin vorschlagen. Sie wäre die erste Frau, die als US-Botschafterin in die Bundesrepublik entsandt wird.

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Die 71-jährige Politikwissenschaftlerin ist Tochter eines jüdischen Vaters, der 1934 aus Nazi-Deutschland geflohen war. Im Jahr 2013 sagte sie der Zeitung "The Daily Pennsylvanian", dass die Erfahrungen ihres Vaters einen "großen Einfluss" auf sie gehabt hätten. Dieser hatte seine vier Geschwister und die Eltern von einer Flucht nach Indien und später in die USA überzeugt. "Es ist wahr, dass seine ganze Familie wie vom Erdboden verschluckt worden wäre, wenn er nicht etwas getan hätte", sagte Gutmann der Zeitung.

Gutmann ist seit 2004 Präsidentin der Privatuniversität in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania, die als eine der besten Hochschulen des Landes gilt. Die UPenn abgekürzte Hochschule gehört zur so genannten Ivy League von prestigereichen Unis im Nordosten der USA wie Harvard, Princeton und Yale. Gutmann arbeitete zudem unter Ex-Präsident Barack Obama als Kommissionsvorsitzende für das Studium bioethischer Fragen.

Die 71-Jährige muss dem "Spiegel"-Bericht zufolge noch vom US-Senat bestätigt werden. Die Personalie liege zudem noch bei Bundespräsident Steinmeier, dessen Zustimmung aber als Formsache gelte.

Der Botschafterposten in Berlin ist seit dem Abgang des umstrittenen Botschafters Richard Grenell im Juni 2020 vakant. Grenell, ein glühender Anhänger des früheren US-Präsidenten Donald Trump, war in Deutschland mit seinen häufig forschen Ansagen und seinem konfrontativen Auftreten immer wieder angeeckt. Er verärgerte sein Gastland regelmäßig mit unverblümter Kritik, unter anderem am Atomabkommen mit dem Iran und an den deutschen Verteidigungsausgaben.

Das Verhältnis zwischen Washington und Berlin hatte sich in den Trump-Jahren deutlich verschlechtert. Im Juli 2020 kündigte dieser zwar an, den pensionierten Armee-Oberst Douglas Macgregor zu Grenells Nachfolger machen zu wollen. Macgregor wurde aber nie vom US-Senat bestätigt. Die Botschaft am Brandenburger Tor wird seit vergangenem Jahr übergangsweise von der Gesandten Robin Quinville als Geschäftsträgerin geleitet.

Trumps Nachfolger Biden hat verbesserte Beziehungen zu den westlichen Verbündeten der USA wie Deutschland zu einem Kernanliegen seiner Außenpolitik gemacht. Unter anderem legte Biden Trumps Entscheidung zum Abzug tausender US-Soldaten aus Deutschland auf Eis.

(V.Sørensen--DTZ)

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