Deutsche Tageszeitung - Trump warnt bei Grenzbesuch in Texas vor "gefährlicher" Migrationskrise

Trump warnt bei Grenzbesuch in Texas vor "gefährlicher" Migrationskrise


Trump warnt bei Grenzbesuch in Texas vor "gefährlicher" Migrationskrise
Trump warnt bei Grenzbesuch in Texas vor "gefährlicher" Migrationskrise / Foto: ©

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat einen Besuch an der Grenze zu Mexiko für scharfe Kritik an der Migrationspolitik seines Nachfolgers Joe Biden genutzt. Die Grenze sei "offen" und die Lage "wirklich gefährlich, gefährlicher als sie es jemals war in der Geschichte unseres Landes", sagte Trump am Mittwoch in der texanischen Kleinstadt Weslaco. Er selbst habe während seiner Präsidentschaft hingegen "einen verdammt guten Job gemacht".

Textgröße ändern:

Die USA verzeichneten zuletzt einen starken Anstieg der Migrantenzahlen. Trump führt dies direkt auf Lockerung seiner nach eigenen Worten "harten, aber fairen" Politik zurück, die Migranten abschrecken sollte. Besonders stolz sei er darauf, mehr als 400 Meilen (knapp 650 Kilometer) Grenzbarriere gebaut und die Zahl der Migranten, die in den Bundesstaaten Texas, New Mexico, Arizona und Kalifornien ankamen, reduziert zu haben, sagte der Rechtspopulist am Mittwoch.

Biden hatte den Mauerbau entlang der Grenze zu Mexiko in einer seiner ersten Amtshandlungen gestoppt. Die meisten von Trumps realisierten Bauvorhaben betrafen allerdings ohnehin lediglich die Verstärkung oder den Ersatz bestehender Grenzbarrieren. Auf weniger als 80 Kilometern Grenze wurden tatsächlich neue Absperrungen errichtet, wo es vorher keine gab.

Trump wurde bei seinem Besuch in Texas von Gouverneur Greg Abbott begleitet. Der Republikaner, der seine Wiederwahl im nächsten Jahr anstrebt, hat versprochen, Trumps Mauer aus eigener Initiative und auch ohne die Unterstützung der Bundesregierung in Washington fertigzustellen.

Fünf Monaten nach dem Ende seiner Amtszeit tritt Trump wieder verstärkt in der Öffentlichkeit auf. Am Samstag hielt der 75-Jährige in Wellington im Bundesstaat Ohio eine erste wahlkampfartige Kundgebung ab und erneuerte dabei seine völlig unbelegten Behauptungen, er habe die Wahl im November lediglich wegen Wahlbetrugs verloren.

Auch in Texas kehrte er zu diesem Thema zurück: "Wir haben ein krankes Land in vielerlei Hinsicht, es ist krank bei Wahlen und es ist krank an der Grenze", sagte Trump. Ohne "gute Wahlen" und "starke Grenzen" gebe es kein Land.

Trump hat wiederholt die Möglichkeit einer erneuten Präsidentschaftskandidatur 2024 ins Spiel gebracht, sich aber nicht offiziell erklärt. Seine Republikaner hoffen, bei den Kongresswahlen im Herbst 2022 die Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat zurückzuerobern. Die Migrationspolitik und die Lage an der Grenze zu Mexiko dürften sie zu zentralen Wahlkampfthemen machen.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Russlandfreundliche Amtsinhaberin Jotowa klare Siegerin bei Präsidentenwahl in Bulgarien

Richtungsentscheidung bei der Präsidentschaftswahl in Bulgarien: Die russlandfreundliche Amtsinhaberin Ilijana Jotowa hat die Stichwahl in dem EU- und Nato-Mitgliedsland am Sonntag klar für sich entschieden. Laut Prognosen setzte sich die Staatschefin mit deutlichem Vorsprung gegen ihren pro-westlichen Herausforderer Andrej Gjurow durch. Dieser räumte noch am Wahlabend seine Niederlage ein. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Jotowa zu ihrem Wahlsieg.

"Heat"-Regisseur Michael Mann verletzt sich versehentlich mit Schusswaffe

Hollywood-Regisseur Michael Mann ist berühmt für spektakuläre Schusswechsel in Thrillern wie "Heat" und "Collateral". Jetzt hat sich der 83-jährige Filmemacher selbst versehentlich mit einer Schusswaffe leicht verletzt. Wie Manns Agent am Sonntag mitteilte, löste sich an einem Schießstand in Los Angeles ein Schuss aus einer Waffe, die der Regisseur im Halfter trug. Mann habe eine "oberflächliche Verletzung" erlitten und sei medizinisch behandelt worden.

Ukraine-Krieg: Feuerpause in Stadt Oleschky zu Ende gegangen

Die sechstägige Feuerpause in der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky ist zu Ende gegangen. "Die vom 27. Oktober bis zum 1. November geltende Waffenruhe ist beendet", erklärte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez am Sonntagabend. Die Feuerpause sei ein "wichtiger Schritt in unseren gemeinsamen humanitären Bemühungen" gewesen. Er arbeite nun mit der russische Menschenrechtsbeauftragten Jana Lantratowa an weiteren humanitären Initiativen, erklärte Lubinez.

Offener Streit bei US-Demokraten in Michigan vor Kongresswahl

Kurz vor den wichtigen US-Kongresswahlen werden die oppositionellen Demokraten im wichtigen Bundesstaat Michigan von internen Kämpfen erschüttert. Die demokratische Abgeordnete Haley Stevens, die ihrem linksgerichteten Parteikollegen Abdul El-Sayed in einer Senats-Vorwahl unterlegen war, stellte sich am Sonntag hinter den Senatskandidaten der Republikaner von Präsident Donald Trump.

Textgröße ändern: