Deutsche Tageszeitung - Marine Le Pen: "Wir kehren nicht zum Front National zurück"

Marine Le Pen: "Wir kehren nicht zum Front National zurück"


Marine Le Pen: "Wir kehren nicht zum Front National zurück"
Marine Le Pen: "Wir kehren nicht zum Front National zurück" / Foto: ©

Trotz der Wahlschlappe des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN, Nationale Sammlungsbewegung) bei den jüngsten Regionalwahlen in Frankreich hält Parteichefin Marine Le Pen an ihrem Kurs fest: "Wir kehren nicht zum Front National zurück", sagte Le Pen am Sonntag in ihrer Rede auf dem Parteitag in Perpignan. Sie wolle die Partei weiterhin "allen politischen Kräften öffnen", bekräftigte sie und rief ihre Partei auf, bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr "den Sieg zu holen".

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"Wir machen keinen Rückzieher. Mit allem Respekt für unsere eigene Geschichte, wir kehren nicht zum Front National zurück", sagte die 52-Jährige, die am Samstag zum vierten Mal zur Parteichefin bestimmt worden war. Die Partei habe sich "von einer politischen Unreife befreit, die mit nationalen Ambitionen wenig kompatibel" sei und die "nötigen Qualitäten einer Regierungspartei" erlangt, fügte Le Pen hinzu. Sie erinnerte zudem an die Wiederwahl Dutzender RN-Bürgermeister im vergangenen Jahr.

Bei den Regionalwahlen im Juni war der RN hingegen trotz guter Umfragewerte leer ausgegangen und konnte keine einzige Region für sich entscheiden. Le Pens Partei büßte 30 Prozent ihrer Wähler ein. Die Parteichefin geriet deshalb in Erklärungsnot. Die RN-Führung macht die niedrige Wahlbeteiligung, insbesondere unter Jungwählern und der Arbeiterschaft, für die Wahlschlappe verantwortlich. Doch einige Anhänger stellten auch Le Pens "Normalisierungs"-Strategie in Frage.

Mit dieser Taktik ist die 52-Jährige seit Jahren bemüht, sich vom rechtsextremen Erbe ihres Vaters Jean-Marie Le Pen zu distanzieren und den RN als bürgerliche politische Kraft zu etablieren. Der 93-jährige Parteigründer forderte nach den Regionalwahlen, die unter ihm noch offen rechtsextreme Partei müsse ihre "Männlichkeit" wiederfinden, wenn sie nicht in der Versenkung verschwinden wolle. Im Streit um den Kurs der Partei hatte Marine Le Pen ihren Vater 2015 aus der Partei gedrängt.

(V.Sørensen--DTZ)

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