Deutsche Tageszeitung - Israels neuer Präsident Herzog vereidigt

Israels neuer Präsident Herzog vereidigt


Israels neuer Präsident Herzog vereidigt
Israels neuer Präsident Herzog vereidigt / Foto: ©

In Jerusalem ist am Mittwoch der neue israelische Präsident Isaac Herzog vereidigt worden. Der frühere Chef der linksgerichteten Arbeitspartei sagte während der Zeremonie in der Knesset, er sei "geehrt" und freue sich auf seine Aufgaben als Staatschef. Er wolle "jedermanns Präsident" sein, fügte er hinzu. Mit Herzogs Vereidigung endet die siebenjährige Amtszeit des bisherigen Staatschefs Reuven Rivlin.

Textgröße ändern:

Herzog beklagte die Polarisierung in der israelischen Gesellschaft und kündigte an, "alles zu tun, um die Hoffnung wiederherzustellen". Die politische Krise in Israel bezeichnete der 60-Jährige als "beispiellos".

Der Präsident hat in Israel überwiegend eine repräsentative Rolle. In den vergangenen Jahren war die Bedeutung des Präsidenten in Israel allerdings gestiegen: Nach vier Wahlen innerhalb von nur rund zwei Jahren musste der Staatschef immer wieder den Regierungsbildungsauftrag neu erteilen.

Zu den weiteren Kompetenzen des Präsidenten zählt die Möglichkeit, Begnadigungen auszusprechen. Dies könnte in der Zukunft für Ex-Ministerpräsident Benjamin Netanjahu relevant werden, der derzeit in einem Korruptionsprozess vor Gericht steht. Netanjahu, der die Vorwürfe bestreitet, war vor rund drei Wochen von einem breiten Oppositionsbündnis aus dem Amt gedrängt worden, das er zwölf Jahre infolge bekleidete. Derzeit wird die Regierung von seinem früheren Stabschef Naftali Bennett angeführt.

Herzog ist der Sohn des früheren israelischen Präsidenten Chaim Herzog und Neffe des früheren israelischen Außenministers Abba Eban. Auch er selbst blickt auf eine lange politische Karriere zurück: Bevor er 2003 erstmals ins Parlament gewählt wurde, war er Mitglied der von Ehud Barak geführten Regierung. Später wurde er Chef der linksgerichteten Arbeitspartei, zuletzt war er Direktor der Jewish Agency for Israel, die unter anderem die Einwanderung von Juden nach Israel mitorganisiert.

Der neue Präsident gilt als Befürworter der Zwei-Staaten-Lösung im Nahost-Konflikt. In einem früheren Wahlkampf hatte er angekündigt, den Friedensprozess mit den Palästinensern reaktivieren zu wollen. Dafür sei er bereit, israelische Siedlungen in den besetzten Gebieten zu "entfernen", wenn dies nötig sei.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Kulturstaatsminister Weimer sagt nach Kritik Verleihung von Buchhandlungspreis ab

Nach dem Ausschluss dreier Buchhandlungen von der Kandidatenliste für den Deutschen Buchhandlungspreis hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) die Verleihung abgesagt. Die aktuelle Debatte um den Vorgang drohe den Sinn der Veranstaltung "zunehmend zu überlagern", teilte ein Sprecher Weimers am Dienstag in Berlin mit. Am Vorgehen Weimers gab es scharfe Kritik.

Drohnenprogramm von Hisbollah unterstützt: Sechseinhalb Jahre Haft in Niedersachsen

Wegen Beteiligung an einem Programm zur Herstellung sprengstoffbeladener Drohnen ist ein Mitglied der proiranischen Hisbollah-Miliz in Niedersachsen zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Das Oberlandesgericht in Celle sah es nach Angaben vom Dienstag als erwiesen an, dass er spätestens ab 2022 die Ausfuhr militärisch nutzbarer Komponenten für das Drohnenprogramm des militärischen Arms der Hisbollah im Libanon organisiert hatte. Diese reichten für den Bau von mehr 300 Angriffsdrohnen.

Erleicherung an den Börsen - trotz gesunkenen Ölpreises aber kein billigerer Sprit

US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Kriegsende angedeutet, die Öl- und Gaspreise sind daraufhin deutlich gesunken und die Börsen starteten mit Kursgewinnen in den Handel. An den Zapfsäulen in Deutschland machte sich dies nicht bemerkbar. Der Iran zeigte sich am Dienstag weiter kampfbereit. Insbesondere in Asien, wo viele Länder von Brennstoffimporten aus Nahost abhängen, nimmt die Sorge um die Versorgungssicherheit zu.

EU-Parlament zeichnet Angela Merkel mit Europäischem Verdienstorden aus

Altkanzlerin Angela Merkel gehört zu den ersten Empfängern des neuen Europäischen Verdienstordens des Europaparlaments. Merkel erhalte gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem ehemaligen polnischen Gewerkschaftsführer und Staatspräsidenten Lech Walesa die höchste Auszeichnung des Ordens, teilte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola am Dienstag in Straßburg mit.

Textgröße ändern: