Deutsche Tageszeitung - Früherer südafrikanischer Präsident tritt nach Weigerungen Haftstrafe an

Früherer südafrikanischer Präsident tritt nach Weigerungen Haftstrafe an


Früherer südafrikanischer Präsident tritt nach Weigerungen Haftstrafe an
Früherer südafrikanischer Präsident tritt nach Weigerungen Haftstrafe an / Foto: ©

Nach tagelanger Weigerung und Ausweichversuchen hat Südafrikas früherer Präsident Jacob Zuma seine 15-monatige Haftstrafe angetreten. Der 79-Jährige sei in das Gefängnis von Estcourt in seiner Heimatprovinz KwaZulu-Natal gebracht worden, wie die Gefängnisbehörden am Donnerstag bestätigten. Zuvor hatte seine Stiftung kurz vor Ablauf einer Frist mitgeteilt, dass der ehemalige Staatschef den Anweisungen der Justiz Folge leisten wolle. Viele Südafrikaner feierten die Inhaftierung als Erfolg für die Rechtsstaatlichkeit des Landes.

Textgröße ändern:

Der Ex-Präsident war Ende Juni vom Verfassungsgericht wegen Missachtung der Justiz zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt worden. Zuma war trotz gerichtlicher Vorladungen mehrfach den Anhörungen einer Anti-Korruptions-Kommission ferngeblieben, die zu Korruptionsvorwürfen aus seiner neunjährigen Amtszeit ermittelt.

Dem Urteil zufolge sollte Zuma eigentlich schon am Sonntag seine Haftstrafe antreten. Der einst während der Apartheid inhaftierte Ex-Präsident weigerte sich jedoch und erklärte am Sonntag, dass er es nicht für nötig halte, "dass ich heute ins Gefängnis gehe". Hätte er sich bis Mittwoch um Mitternacht nicht selbst ins Gefängnis begeben, hätte ihm die Festnahme durch die Polizei gedroht.

Kurz vor Ablauf der Frist verließ ein Autokonvoi Zumas Anwesen, offenbar mit dem Ex-Präsidenten an Bord. Der Schritt sei "kein Schuldeingeständnis", betonte Zumas Sprecher Mzwanele Manyi. Der Ex-Präsident werde eine Zeit lang nicht erreichbar sein, weil er diese "Tragödie" verdauen müsse. Zumas Tochter Dudu Zuma-Sambudla schrieb im Onlinedienst Twitter, ihr Vater sei "immer noch gut gelaunt". Es ist das erste Mal, dass ein einstiger Präsident in Südafrika seit dem Ende der Apartheid ins Gefängnis kam.

Die Anti-Korruptions-Aktivistin Thuli Madonsela begrüßte den Schritt. Dies sei ein "glorreicher Tag, der beweist, dass die Rechtsstaatlichkeit siegt", sagte sie einem TV-Sender. Hätte sich Zuma seiner Haftstrafe widersetzen können, "hätte das eine Erschütterung für das System bedeutet".

Auch die Regierungspartei ANC bezeichnete Zumas Inhaftierung als Sieg für die "Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit der Justiz". Zahlreiche südafrikanische Prominente, darunter Schauspieler, hatten die Bedeutung der Inhaftierung von Zuma in den vergangenen Tagen ebenfalls betont. "Niemand steht über dem Gesetz", war ein Satz, der im Fernsehen häufig zu hören war.

Da Zuma gegen das Urteil nicht in Berufung gehen kann, hatte der Ex-Präsident vergangene Woche die Annullierung der Gerichtsentscheidung beantragt. Am Samstag entschied das Gericht, das Urteil in einer Anhörung am 12. Juli noch einmal zu überprüfen.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Iran schießt US-Kampfjet ab - US-Medien: Ein Crewmitglied gerettet, eines noch vermisst

Der Iran hat offenbar erstmals seit Kriegsbeginn ein US-Kampfflugzeug über seinem Territorium abgeschossen. US-Medien berichteten am Freitag, eines der beiden Besatzungsmitglieder sei von US-Spezialeinheiten gerettet worden, nach dem zweiten Crewmitglied werde noch gesucht. Auch der Iran versuchte, das zweite Besatzungsmitglied zu fassen. US-Medien zufolge handelte es sich bei der abgeschossenen Maschine um einen Kampfjet vom Typ F-15E. Dieser hat zwei Besatzungsmitglieder: den Piloten und einen Waffensystemoffizier.

Kubanische Regierung beginnt mit Freilassung von mehr als 2000 Gefangenen

Die kubanische Regierung hat mit der vor Ostern angekündigten Freilassung von mehr als 2000 Häftlingen begonnen. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus der Hauptstadt Havanna berichteten, verließen am Freitagnachmittag mehr als 20 Häftlinge mit Entlassungspapieren das Gefängnis La Lima im Osten der Stadt. Einige weinten und umarmten ihre wartenden Angehörigen. Die kubanische Regierung hatte am Vortag bekannt gegeben, dass insgesamt 2010 Häftlinge als "humanitäre" Geste in der Karwoche begnadigt werden sollten.

Französisches Schiff durchquert Straße von Hormus - weitere Tanker nahe Oman

Ein Containerschiff des französischen Schifffahrtskonzerns CMA CGM hat als wohl erster Frachter eines europäischen Eigners seit Beginn des Iran-Kriegs die Straße von Hormus passiert. Die unter der Flagge Maltas fahrende "Kribi" sandte anstelle ihres Fahrtzieles die Botschaft "französischer Eigentümer" aus, wie aus den am Freitag ausgewerteten Daten der Website MarineTraffic hervorgeht. Sie passierte die Meerenge am Donnerstag. Ebenfalls am Donnerstag durchquerten drei Tanker die Straße von Hormus auf einer selten genutzten Route nahe der omanischen Küste.

Iran schießt offenbar US-Kampfjet ab - ein Crewmitglied laut US-Medien gerettet

Der Iran hat offenbar erstmals seit Kriegsbeginn ein US-Kampfflugzeug über seinem Territorium abgeschossen. US-Medien wie die Sender CNN und CBS berichteten am Freitag, eines der beiden Besatzungsmitglieder sei von US-Soldaten gerettet worden. Nach dem zweiten Crewmitglied werde noch gesucht. US-Medien zufolge handelte es sich bei der abgeschossenen Maschine um einen Kampfjet vom Typ F-15E. Dieser hat zwei Besatzungsmitglieder: den Piloten und einen Waffensystemoffizier.

Textgröße ändern: