Deutsche Tageszeitung - Hausärzte wenden sich gegen verfrühte Lockerungen bei Corona-Maßnahmen

Hausärzte wenden sich gegen verfrühte Lockerungen bei Corona-Maßnahmen


Hausärzte wenden sich gegen verfrühte Lockerungen bei Corona-Maßnahmen
Hausärzte wenden sich gegen verfrühte Lockerungen bei Corona-Maßnahmen / Foto: ©

Die deutschen Hausärzte bremsen Hoffnungen auf baldige und umfangreiche Lockerungen in der Corona-Pandemie. "Anstatt ständig über neue Themen zu spekulieren, sollten sich lieber alle bemühen, der Impfkampagne den richtigen Schwung zu verleihen", sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Donnerstag. Der Deutsche Lehrerverband hält Tests und eine Maskenpflicht in den Schulen zumindest zu Beginn des neuen Schuljahres weiter für nötig.

Textgröße ändern:

Weigeldt sagte, er halte die derzeitige Debatte um eine Aufhebung der Maskenpflicht "für verfrüht." Wenn absehbar sei, "dass eine zweifache Impfung vor Infektion, Erkrankung und Weitergabe der Infektion weitgehend schützt und dafür gibt es viele Hinweise, dann sollten entsprechend Grundrechte zurückgegeben werden", sagte der Hausärztechef. "Gleichzeitig wird es sicherlich bestimmte Hygienemaßnahmen geben, die erst einmal bleiben sollten – und manche, etwa gute Lüftungskonzepte, machen auch abseits der Pandemie durchaus Sinn.

Lehrerverbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger sagte der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagsausgabe): "Wir werden im Herbst noch Maßnahmen brauchen, die den Unterrichtsbetrieb absichern, teilweise auch einschränken." Nötig sei eine "Sicherheitsphase zu Schuljahresbeginn, um auf Reiserückkehrer und dadurch möglicherweise verstärkt eingeschleppte Infektionen zu reagieren, in der wir erneut auf regelmäßige Testungen und Maskenpflicht setzen müssen."

Deutschland werde nach den Sommerferien mit der Durchimpfung von Kindern und Jugendlichen "noch bei weitem nicht so weit sein werden wie bei den Erwachsenen", sagte Meidinger.

An die Adresse der Ständigen Impfkommission (Stiko) sagte Meidinger, es wäre hilfreich, "wenn die Kommission eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche über zwölf Jahren herausgeben würde".

Die Stiko verteidigte unterdessen ihre Empfehlung, Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren nur in Ausnahmefällen gegen Corona zu impfen. "Wir müssen zunächst weitere Studienergebnisse aus Ländern abwarten, die in dieser Altersgruppe impfen", sagte Stiko-Mitglied Martin Terhardt auf NDR Info. "Die bisherigen Daten sprechen dafür, Kinder ab zwölf Jahren nur mit Vorerkrankungen zu immunisieren, so Terhardt. Denn das Risiko einer Herzmuskelentzündung sei hier deutlich erhöht.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte die Einsetzung eines wissenschaftlichen Pandemierats für Bundesregierung und Bundestag. Dessen Beschlüsse müssten "eine gewisse Verbindlichkeit haben", sagte er dem "Spiegel". Er rechnet mit einer angespannten Coronalage im Herbst: "Der Herbst wird so lala. Gemischt." Bei vielen Menschen wie Rheumakranken oder Krebspatienten wirke der Impfstoff nicht in vollem Umfang. Auf diese Menschen müsse Rücksicht genommen werden.

In der Debatte um eine Ankurbelung der Impfkampagne forderte die FDP mehr wohnortnahe Angebote. "Mobile Impfteams müssen auch zu Studenten auf den Campus und in Einkaufsstraßen", erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin Christine Aschenberg-Dugnus. "Doch die Bundesregierung scheint derzeit in den Sommerferien zu sein." Das müsse sich "schleunigst ändern, wir brauchen mehr niederschwellige Angebote, um Unentschlossene von einer Impfung zu überzeugen".

Wegen der sich weiter ausbreitenden Delta-Variante halten Experten eine höhere Impfquote als bislang angenommen für erforderlich. Aus einer Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts (RKI) geht hervor, dass 85 Prozent der Zwölf- bis 59-Jährigen und sogar 90 Prozent der Menschen ab 60 Jahren geimpft sein sollten. Bislang verfügen allerdings erst rund 41 Prozent der Menschen in Deutschland über den kompletten Impfschutz.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Iran schießt US-Kampfjet ab - US-Medien: Ein Crewmitglied gerettet, eines noch vermisst

Der Iran hat offenbar erstmals seit Kriegsbeginn ein US-Kampfflugzeug über seinem Territorium abgeschossen. US-Medien berichteten am Freitag, eines der beiden Besatzungsmitglieder sei von US-Spezialeinheiten gerettet worden, nach dem zweiten Crewmitglied werde noch gesucht. Auch der Iran versuchte, das zweite Besatzungsmitglied zu fassen. US-Medien zufolge handelte es sich bei der abgeschossenen Maschine um einen Kampfjet vom Typ F-15E. Dieser hat zwei Besatzungsmitglieder: den Piloten und einen Waffensystemoffizier.

Kubanische Regierung beginnt mit Freilassung von mehr als 2000 Gefangenen

Die kubanische Regierung hat mit der vor Ostern angekündigten Freilassung von mehr als 2000 Häftlingen begonnen. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP aus der Hauptstadt Havanna berichteten, verließen am Freitagnachmittag mehr als 20 Häftlinge mit Entlassungspapieren das Gefängnis La Lima im Osten der Stadt. Einige weinten und umarmten ihre wartenden Angehörigen. Die kubanische Regierung hatte am Vortag bekannt gegeben, dass insgesamt 2010 Häftlinge als "humanitäre" Geste in der Karwoche begnadigt werden sollten.

Französisches Schiff durchquert Straße von Hormus - weitere Tanker nahe Oman

Ein Containerschiff des französischen Schifffahrtskonzerns CMA CGM hat als wohl erster Frachter eines europäischen Eigners seit Beginn des Iran-Kriegs die Straße von Hormus passiert. Die unter der Flagge Maltas fahrende "Kribi" sandte anstelle ihres Fahrtzieles die Botschaft "französischer Eigentümer" aus, wie aus den am Freitag ausgewerteten Daten der Website MarineTraffic hervorgeht. Sie passierte die Meerenge am Donnerstag. Ebenfalls am Donnerstag durchquerten drei Tanker die Straße von Hormus auf einer selten genutzten Route nahe der omanischen Küste.

Iran schießt offenbar US-Kampfjet ab - ein Crewmitglied laut US-Medien gerettet

Der Iran hat offenbar erstmals seit Kriegsbeginn ein US-Kampfflugzeug über seinem Territorium abgeschossen. US-Medien wie die Sender CNN und CBS berichteten am Freitag, eines der beiden Besatzungsmitglieder sei von US-Soldaten gerettet worden. Nach dem zweiten Crewmitglied werde noch gesucht. US-Medien zufolge handelte es sich bei der abgeschossenen Maschine um einen Kampfjet vom Typ F-15E. Dieser hat zwei Besatzungsmitglieder: den Piloten und einen Waffensystemoffizier.

Textgröße ändern: