Deutsche Tageszeitung - Südafrika entsendet Soldaten wegen Ausschreitungen in Unruheprovinzen

Südafrika entsendet Soldaten wegen Ausschreitungen in Unruheprovinzen


Südafrika entsendet Soldaten wegen Ausschreitungen in Unruheprovinzen
Südafrika entsendet Soldaten wegen Ausschreitungen in Unruheprovinzen / Foto: ©

Wegen der tagelangen Ausschreitungen in Südafrika sind Soldaten der Armee in zwei Provinzen des Landes entsandt worden. Die Truppen sollen in der Region Gauteng mit der Metropole Johannesburg sowie der Provinz KwaZulu-Natal die Polizei bei der Eindämmung der Unruhen unterstützen, wie das Militär am Montag mitteilte. Hintergrund der Ausschreitungen ist die Inhaftierung des ehemaligen Präsidenten Jacob Zuma.

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Zuma war Ende Juni vom Verfassungsgericht wegen Missachtung der Justiz zu einer 15-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, die er vergangene Woche antrat. Während viele Südafrikaner die Inhaftierung als Erfolg für die Rechtsstaatlichkeit des Landes feierten, gingen Unterstützer Zumas auf die Straße.

Die Proteste schlugen vielerorts in Gewalt um. Am Montag wurden den vierten Tag in Folge vor allem in KwaZulu-Natal, der Heimatprovinz Zumas, Gebäude in Brand gesetzt und Häuser geplündert. Demonstranten steckten ein Einkaufszentrum in der Provinzhauptstadt Pietermaritzburg in Brand. In Eshowe, einer Stadt in der Nähe von Zumas Wohnort Nkandla, eröffnete die Polizei das Feuer, um die Menschenmenge auseinanderzutreiben.

In Johannesburg wurden nach Polizeiangaben einige Abschnitte einer Hauptstraße wegen der Proteste gesperrt. Dutzende von Autos seien angezündet worden. Präsident Cyril Ramaphosa rief die Menschen am Sonntag zu "friedlichem Protest" auf.

Zuma war 2009 als Hoffnungsträger der Armen an die Macht gekommen war. Doch er verspielte mit einer Reihe von Korruptionsaffären jede Glaubwürdigkeit. Anfang 2018 kam der skandalumwitterte Präsident mit seinem Rücktritt einer Absetzung zuvor.

(V.Sørensen--DTZ)

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