Deutsche Tageszeitung - Kardinal Marx entschuldigt sich in Garching für Fehler im Umgang mit Missbrauch

Kardinal Marx entschuldigt sich in Garching für Fehler im Umgang mit Missbrauch


Kardinal Marx entschuldigt sich in Garching für Fehler im Umgang mit Missbrauch
Kardinal Marx entschuldigt sich in Garching für Fehler im Umgang mit Missbrauch / Foto: ©

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hat sich bei einem Besuch in Garching an der Alz für Fehler der katholischen Kirche im Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs entschuldigt. "Das System Kirche hat versagt", sagte Marx am Samstag bei einem Treffen mit dem Pfarrverband Garching-Engelsberg, wie das Erzbistum mitteilte.

Textgröße ändern:

Der Kardinal sprach den Fall eines Pfarrers an, der in den 80er Jahren nach Garching an der Alz versetzt worden war, obwohl er zuvor wegen Missbrauchstaten in anderen Gemeinden verurteilt worden war. Dieser Fall sei "eine Katastrophe, und ich entschuldige mich", sagte der Erzbischof. Seine Diözese hat nach eigenen Angaben konkrete Hinweise darauf, dass der Priester in Garching in den 80er und 90er Jahren sexuellen Missbrauch an mindestens drei Opfern beging.

Die Versetzung des Pfarrers nach Garching erfolgte zu einer Zeit, als Marx noch nicht Erzbischof von München und Freising war. Damals wurde das Erzbistum von Kardinal Joseph Ratzinger - dem späteren Papst Benedikt XVI. - geleitet.

Anfang Juni gab Kardinal Marx bekannt, dass er Papst Franziskus um Entbindung von seinem Amt als Erzbischof gebeten hatte. Der 67-Jährige begründete dies mit seiner "Mitverantwortung" für die "Katastrophe des sexuellen Missbrauchs". Franziskus wies das Rücktrittsgesuch jedoch zurück.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Kolumbiens neuer Präsident kündigt Ausweisung illegaler Migranten an

Kolumbiens neuer Präsident Abelardo de la Espriella hat in seinem Vorgehen gegen illegale Migration die Behörden angewiesen, straffällig gewordene Ausländer ohne gültige Papiere festzusetzen, um sie deportieren zu können. In einem am Montag bekannt gewordenen Video ist zu hören, wie der rechte Hardliner am Sonntag während einer Sitzung seines Sicherheitskabinetts den Beginn von Deportationsverfahren im Rahmen einer Präsidialverordnung schon für "diese Woche" ankündigt.

Ukraine und Iran: Wadephul telefoniert mit Rubio

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und US-Außenminister Marco Rubio haben telefonisch über die Ukraine und den Iran beraten. Beide Politiker hätten die "Bedeutung eines dauerhaften und belastbaren Friedens zwischen Russland und der Ukraine" betont, teilte das US-Außenministerium am Montag in Washington mit. Das Gespräch fand am 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine von der Sowjetunion statt.

"Wirtschaftskrieg": USA wollen Sanktionen gegen Irans Handelspartner verschärfen

Die USA wollen die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran und seine Handelspartner verschärfen. US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Montag in Washington, die Regierung von Präsident Donald Trump werde neue Strafmaßnahmen gegen alle Länder verhängen, die weiterhin mit Teheran Geschäfte machten. Zu den größten Handelspartnern des Iran gehören China, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei. Namentlich nannte Bessent diese Länder jedoch nicht.

Ukraine-Partner wollen Militärhilfe für Kiew trotz russischer Drohungen verstärken

Bei einem Treffen am 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine hat die sogenannte Koalition der Willigen eine Verstärkung der militärischen Unterstützung für Kiew zugesagt - angesichts stark zunehmender Angriffe und trotz der "Drohungen seitens Russlands". Besonders dringlich sei die Aufgabe, "die Flugabwehr der Ukraine zu stärken, die Zusammenarbeit mit ihrer Rüstungsindustrie zu verbessern und einschlägige Technologien zu teilen, unter anderem durch die Koalition gegen ballistische Raketen", erklärten die Staats- und Regierungschefs am Montag.

Textgröße ändern: