Deutsche Tageszeitung - Taiwan kündigt Eröffnung diplomatischer Vertretung in Litauen an

Taiwan kündigt Eröffnung diplomatischer Vertretung in Litauen an


Taiwan kündigt Eröffnung diplomatischer Vertretung in Litauen an
Taiwan kündigt Eröffnung diplomatischer Vertretung in Litauen an / Foto: ©

Erstmals seit 18 Jahren bekommt Taiwan wieder eine diplomatische Vertretung in Europa: Die Regierung in Taipeh teilte am Dienstag mit, sie werde ein Büro in Litauen eröffnen - das den umstrittenen Namen taiwanisches Repräsentationsbüro tragen soll. Die Vertretungen Taiwans im Ausland heißen üblicherweise "Taipeh-Büro". Die Bezeichnung des Büros als taiwainisch dürfte die Regierung in Peking massiv verägern. Sie betrachtet Taiwan als abtrünnige chinesische Provinz, die wieder mit dem Festland vereinigt werden soll.

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Taiwans Außenminister Joseph Wu bezeichnete die Einrichtung des Büros in Litauen als "sehr wichtigen" Schritt. "Litauen ist ein guter Partner für Taiwan", sagte er. Beide Seiten hätten mit Blick auf "Freiheit und Demokratie" dieselben Werte und stünden "an der strategischen Frontlinie der Verteidigung demokratischer Systeme".

Seit längerem findet zwischen Taiwan und den baltischen sowie einigen mittelosteuropäischen Staaten eine erkennbare Annäherung statt. Die Länder riskieren damit eine massive Verärgerung Pekings, das eine Strategie der internationalen Isolierung Taiwans verfolgt. Die Bezeichnung Taiwan lehnt Peking ab, da sie der Pazifikinsel aus ihrer Sicht internationale Legitimität verleihen würde. Der offizielle Name der demokratisch regierten Pazifikinsel lautet Republik China, als Taiwan erkennen sie nur 15 Staaten weltweit an.

Litauen hatte im Mai seinen Austritt aus dem sogenannten 17+1-Format verkündigt, innerhalb dessen China und mittelosteuropäische Länder kooperieren. Später kündigte die Regierung in Vilnius an, rund 20.000 Corona-Impfstoffdosen an Taiwan zu spenden. Auch die Slowakei und Tschechien hatten sich zuletzt an Taiwan angenähert.

China hatte nach der Wahl der Unabhängigkeitsverfechterin Tsai Ing-wen zur taiwanischen Präsidentin 2016 die offiziellen Beziehungen zur Regierung in Taipeh gekappt. Gleichzeitig erhöhte Peking den diplomatischen, wirtschaftlichen und militärischen Druck auf die Insel.

(A.Nikiforov--DTZ)

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