Deutsche Tageszeitung - Ennahdha-Partei fordert nach Entmachtung der Regierung in Tunesien vorgezogene Neuwahlen

Ennahdha-Partei fordert nach Entmachtung der Regierung in Tunesien vorgezogene Neuwahlen


Ennahdha-Partei fordert nach Entmachtung der Regierung in Tunesien vorgezogene Neuwahlen
Ennahdha-Partei fordert nach Entmachtung der Regierung in Tunesien vorgezogene Neuwahlen / Foto: ©

Nach der Entmachtung der Regierung in Tunesien durch Präsident Kaïs Saïed hat sich die größte abgesetzte Regierungsfraktion zu vorgezogenen Neuwahlen bereiterklärt. "Um des demokratischen Weges willen" sei sie zu vorgezogenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bereit, teilte die islamistisch geprägte Regierungspartei Ennahdha mit. Sie warnte davor, eine Verzögerung als "Vorwand für die Aufrechterhaltung eines autokratischen Regimes" zu nutzen.

Textgröße ändern:

Vor den Wahlen müsse jedoch "das Parlament seine Arbeit wieder aufnehmen und das Militär seine Kontrolle beenden", sagte der ranghohe Parteifunktionär Noureddine B’Hiri der Nachrichtenagentur AFP.

Präsident Saïed hatte am Sonntagabend überraschend die Entlassung von Regierungschef Hichem Mechichi sowie die vorläufige Aussetzung der Arbeit des Parlaments verkündet und erklärt, er werde die Regierungsgeschäfte gemeinsam mit einem neuen Regierungschef übernehmen.

Vorausgegangen waren Proteste gegen das Corona-Krisenmanagement der Regierung in mehreren tunesischen Städten. Während Saïed betonte, sein Handeln stehe im Einklang mit der Verfassung, warf ihm Ennahdha einen "Putsch" vor.

International löste die politische Krise in Tunesien Besorgnis aus. Die Europäische Union rief zur Wahrung der Demokratie auf. Auch die US-Regierung forderte Saïed auf, die "Prinzipien der Demokratie und der Menschenrechte" zu achten.

Tunesien galt lange als Musterland des Arabischen Frühlings, der 2011 die Herrschaft von Langzeitmachthaber Zine El Abidine Ben Ali beendet hatte. Allerdings hat es seither in zehn Jahren neun verschiedene Regierungen gegeben. Manche hielten nur wenige Monate, was die dringend nötigen Reformen in Wirtschaft und Verwaltung de facto unmöglich machte.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Söder stellt sich hinter Merz: CSU-Chef schließt Kanzlersturz für seine Partei aus

Seit dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt steht CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz in den eigenen Reihen massiv unter Druck. Nun hat CSU-Chef Markus Söder Spekulationen über eine Ablösung als Regierungschef für seine Partei zurückgewiesen. Von der CSU werde "auf keinen Fall" ein Kanzlersturz betrieben, sagte er der "Bild am Sonntag". In der CDU rumorte es am Wochenende aber weiter, die SPD rief den Koalitionspartner auf, die Nerven zu behalten.

بزشكيان يؤكد رفض الاستسلام وسلطات إيران تعلن مقتل شخص في استهداف سفينة

أكد الرئيس الإيراني مسعود بزشكيان رفض بلاده الاستسلام للضغوط، فيما أعلنت السلطات الإيرانية مقتل شخص وإصابة ثلاثة في ضربة على سفينة تجارية قرب جزيرتَي هنجام وقشم الأحد.

Enges Rennen bei Parlamentswahl in Schweden erwartet - Andersson gibt Stimme ab

In Schweden ist heute ein neues Parlament gewählt worden. Kurz nach Öffnung der Wahllokale am Sonntag um 08.00 Uhr gab Oppositionsführerin Magdalena Andersson von den Sozialdemokraten ihre Stimme in Nacka südlich der Hauptstadt Stockholm ab. Bei der Wahl wird ein enges Rennen zwischen dem regierenden Mitte-rechts-Bündnis und der Opposition erwartet. Beide Lager lagen in Umfragen zuletzt nahezu gleichauf.

Berliner BSW-Spitzenkandidat verteidigt Zusammenarbeit mit AfD in Sachsen-Anhalt

Eine Woche vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat der dortige BSW-Spitzenkandidat Alexander King die Schnittmengen zwischen seiner Partei und der AfD als "überschaubar" bezeichnet. Zugleich verteidigte er im Sender rbb am Samstag die Ankündigung seiner Partei in Sachsen-Anhalt, mit der siegreichen AfD nach der Landtagswahl vom vergangenen Sonntag bei Sachfragen zusammenzuarbeiten.

Textgröße ändern: