Deutsche Tageszeitung - Mexiko geht gerichtlich gegen US-Waffenhersteller vor

Mexiko geht gerichtlich gegen US-Waffenhersteller vor


Mexiko geht gerichtlich gegen US-Waffenhersteller vor
Mexiko geht gerichtlich gegen US-Waffenhersteller vor / Foto: ©

Die Regierung von Mexiko hat vor einem Gericht in Boston mehrere führende US-Waffenhersteller verklagt, deren Produkte die Gewalt im Land anheizen würden. "Wir werden den Prozess gewinnen und den illegalen Waffenschmuggel nach Mexiko drastisch reduzieren", sagte Außenminister Marcelo Ebrard am Mittwoch (Ortszeit). Die Klage richtet sich unter anderem gegen Smith & Wesson, Beretta, Colt, Glock, Century Arms, Ruger und Barrett.

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Die mexikanische Regierung fordere Entschädigung für den Schaden, der durch die "fahrlässigen Praktiken" der US-Waffenverkäufer entstanden sei, sagte Ebrard. Auch Präsident Andrés Manuel López Obrador unterstütze den Schritt.

Allein im Jahr 2019 waren nach Angaben der Regierung bei 17.000 Tötungsdelikten geschmuggelte Waffen aus den USA im Spiel. Zwischen 70 und 90 Prozent aller an Tatorten gefundenen Waffen wurden demnach illegal aus den USA eingeführt. Die mexikanische Regierung wolle auch die Einführung angemessener Standards zur "Überwachung und Disziplinierung" von Waffenhändlern erreichen, sagte Ebrard.

Das lateinamerikanische Land wird von den USA seit langem unter Druck gesetzt, gegen den Drogenschmuggel vorzugehen. Nun will Mexiko seinerseits erreichen, dass die USA etwas gegen den Waffenschmuggel unternehmen. Die beschuldigten US-Unternehmen stehen zusammen für rund zwei Drittel der illegal nach Mexiko gebrachten Waffen.

Ebrard warf den Unternehmen vor, verschiedene Modelle ihrer Schusswaffen speziell für mexikanische Drogenschmuggler zu entwickeln. "Sie werden dafür gemacht, so dass sie sie kaufen", sagte Ebrard.

Experten zufolge wird das juristische Vorgehen voraussichtlich weitgehend symbolisch bleiben. Das US-Recht mache es "nahezu unmöglich", dass Waffenhersteller für den Schmuggel verantwortlich gemacht werden können, sagte Lorenzo Meyer, emeritierter Professor am College of Mexico.

Mexiko leidet seit vielen Jahren unter der Gewalt der mächtigen Drogenkartelle. Seit dem Beginn eines umstrittenen Armeeeinsatzes gegen die Banden im Jahr 2006 wurden mehr als 300.000 Menschen im mexikanischen Drogenkrieg getötet.

(A.Nikiforov--DTZ)

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