Deutsche Tageszeitung - VdK mahnt zur Vorsicht bei Kostenpflicht für Corona-Tests

VdK mahnt zur Vorsicht bei Kostenpflicht für Corona-Tests


VdK mahnt zur Vorsicht bei Kostenpflicht für Corona-Tests
VdK mahnt zur Vorsicht bei Kostenpflicht für Corona-Tests / Foto: ©

Der Sozialverband VdK mahnt, bei der geplanten Abschaffung der kostenlosen Corona-Schnelltests für Ungeimpfte spezielle Fälle nicht aus den Augen zu verlieren. "Unbedingt notwendig sind Ausnahmeregelungen nicht nur für jene, die sich nicht impfen lassen können oder für die es keine Impf-Empfehlung gibt, sondern ganz besonders auch für Pflegeheime", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Dienstag.

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Aus den hohen Corona-Todeszahlen in Pflegeeinrichtungen in der Vergangenheit müsse gelernt werden, forderte Bentele. Jeder, der eine solche Einrichtung betrete, müsse "weiterhin kostenlos vor Ort getestet werden". Sie nannte hierbei geimpfte oder genesene Besucher sowie interne und externe Mitarbeiter. Bentele verwies auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach auch bereits Geimpfte weiterhin Überträger des Coronavirus sein können.

Vor den Bund-Länder-Beratungen über das weitere Vorgehen in der Pandemie am Nachmittag zeichnet sich ab, dass Ungeimpfte bald für Corona-Tests zahlen müssen. In einer Beschlussvorlage für die Runde, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, heißt es, ab Oktober sollten die Tests kostenpflichtig sein. Ausnahmen soll es geben für Menschen, die nicht geimpft werden können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt.

Der Berufsverband Deutscher Laborärzte äußerte Zweifel an der These, dass so mehr Menschen zur Impfung bewegt werden könnten. "Das ist eine populistische Idee. Es wird etwas anderes passieren: Sie werden sich das Testen sparen", sagte der Verbandsvorsitzende Andreas Bobrowski den Funke-Zeitungen. Eine Teststrategie solle immer eine eigene Säule im Kampf gegen die Pandemie sein. "Eine Verbindung mit der Impfstrategie ist deshalb niemals zielführend", sagte Bobrowski.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, unterstützte hingegen das Vorhaben von Bund und Ländern. "Warum sollte die Allgemeinheit für die Tests von Leuten blechen, die sich nicht impfen lassen wollen?", fragte Montgomery in den Funke-Zeitungen. Die Tests seien ohnehin nicht mehr so teuer. "Ich halte es auch für sozial zumutbar, dass Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, die Tests selber bezahlen."

Der Städte- und Gemeindebund (DStGB) sagte für Impfunwillige weitere Einschränkungen voraus. "Mittelfristig werden Personen, die ein mögliches Impfangebot ablehnen, sich darauf einstellen müssen, dass sie nicht in allen Bereichen die gleichen Freiheitsrechte haben können wie geimpfte Personen", sagte DStGB-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Er verwies auf das Beispiel des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, der künftig nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion lassen will.

Der Präsident des Bundesverbands Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, sagte den Zeitungen, die Lebensumstände hätten sich durch Corona erheblich geändert. "Da unser Leben aber trotzdem weitergehen muss, sollten die Kritikerinnen und Kritiker verstehen, dass sie sich entweder diesen geänderten Umständen anpassen müssen oder Kompromisse bis hin zu Nachteilen hinnehmen müssen."

(U.Stolizkaya--DTZ)

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