Deutsche Tageszeitung - UNO startet wegen Dürre in Afghanistan dringenden Hilfsappell

UNO startet wegen Dürre in Afghanistan dringenden Hilfsappell


UNO startet wegen Dürre in Afghanistan dringenden Hilfsappell
UNO startet wegen Dürre in Afghanistan dringenden Hilfsappell / Foto: ©

In einem dringenden Hilfsappell haben die Vereinten Nationen Unterstützung für Millionen afghanische Bauern gefordert, denen wegen extremer Dürre verheerende Ernteausfälle drohen. Die Bauern seien von "akuter Ernährungsunsicherheit" bedroht, erklärte die UN-Ernährungsorganisation FAO am Samstag. Sie warnte vor einer innerafghanischen Fluchtbewegung und weiterer Instabilität in Afghanistan.

Textgröße ändern:

"Wenn wir es nicht schaffen, den am meisten von der akuten Dürre bedrohten Menschen zu helfen, werden viele von ihnen dazu gezwungen, ihre Farmen zu verlassen", betonte FAO-Direktor Qu Dongyu. "Dies könnte die Ernährungsunsicherheit verschärfen und die Stabilität Afghanistans zusätzlich bedrohen."

Von akuter Ernährungsunsicherheit aufgrund der Dürre in Afghanistan sind nach UN-Angaben insgesamt etwa 14 Millionen Menschen bedroht, darunter zwei Millionen Kinder. Laut FAO werden zusätzlich zu bestehenden Hilfsgeldern weitere 18 Millionen Dollar (15 Millionen Euro) benötigt. Mit diesem Betrag könnten demnach 250.000 Bauernfamilien - etwa 1,5 Millionen Menschen - mit Weizensaatgut versorgt werden.

Nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan befürchten viele Hilfsorganisationen einen nur noch eingeschränkten humanitären Zugang zu Menschen in Not. Die Vereinten Nationen warnten angesichts mangelnder Lebensmittelvorräte vor einer humanitären Katastrophe in dem Land.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Lobbyranking: Fortschritte bei Transparenz - aber Probleme bei Umsetzung von Regeln

Bei der Transparenz in Sachen Lobbyismus in Deutschland sieht die Organisation Transparency International Verbesserungen, aber auch strukturelle Probleme. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten neuen "Lobbyranking" der Organisation hervor. Kritisiert wurde vor allem eine oft unzureichende Umsetzung bestehender Regeln.

Kanzler ruft trotz wirtschaftlicher Probleme zur Zuversicht auf

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat trotz der weiterhin schwächelnden Wirtschaft zur Zuversicht aufgerufen. "Unser Land hat große Potenziale und es gibt überhaupt keinen Grund, uns klein zu machen", sagte Merz am Dienstag vor Beginn der Kabinettsklausur im brandenburgischen Neuhardenberg. Als einen Beleg dafür nannte er die "nach wie vor hervorragende industrielle Basis".

Juristischer Etappensieg für Trump bei geplanten Briefwahl-Einschränkungen

Gut zwei Monate vor den Kongresswahlen hat der konservativ dominierte Supreme Court vorerst grünes Licht für die Pläne von US-Präsident Donald Trump für eine erschwerte Briefwahl gegeben. Der Oberste Gerichtshof hob am Montag (Ortszeit) die Entscheidung eines Bundesgerichts in Massachusetts auf, das eine Aussetzung eines entsprechenden Dekrets des Präsidenten angeordnet hatte.

Staatsdefizit steigt im ersten Halbjahr 2026 auf mehr als 71 Milliarden Euro

Das deutsche Staatsdefizit ist in den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres auf 71,3 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, lag das Defizit damit um 36,6 Milliarden Euro höher als im Vorjahreszeitraum. Das ist vor allem auf das Finanzierungsdefizit des Bundes zurückzuführen, das im ersten Halbjahr 2026 demnach 48,1 Milliarden Euro betrug. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Anstieg um 29 Milliarden Euro.

Textgröße ändern: