Deutsche Tageszeitung - Wehrbeauftragte fordert grundsätzliche Debatte über Einsätze im Ausland

Wehrbeauftragte fordert grundsätzliche Debatte über Einsätze im Ausland


Wehrbeauftragte fordert grundsätzliche Debatte über Einsätze im Ausland
Wehrbeauftragte fordert grundsätzliche Debatte über Einsätze im Ausland / Foto: ©

Nach dem endgültigen Truppenabzug aus Afghanistan hat die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl (SPD), eine kritische Aufarbeitung des Bundeswehreinsatzes gefordert. Die Soldatinnen und Soldaten erwarteten mit Recht, "dass der Afghanistan-Einsatz sehr selbstkritisch bilanziert wird", sagte Högl der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstagsausgabe). Es müsse "definitiv" Konsequenzen für aktuelle und künftige Einsätze der Bundeswehr im Ausland geben, darunter auch für die Mission in Mali.

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"Für den Mali-Einsatz müssen wir klar benennen, welches Ziel wir dort verfolgen, wie die Kooperation mit unseren Partnern läuft und mit welchen Mitteln und Möglichkeiten", betonte Högl. Deutschland müsse sich fragen, ob die örtlichen Sicherheitskräfte so ausgebildet würden, dass sie im Ernstfall auch die Verantwortung übernehmen könnten.

"Nach der Bundestagswahl sollten wir eine grundsätzliche Debatte darüber führen, wo, in welchen Teilen der Welt sich die Bundeswehr mit welchen Mitteln und Zielen engagieren soll", sagte die Wehrbeauftragte der Zeitung.

Das Engagement der Bundeswehr beim Evakuierungseinsatz in Kabul lobte Högl: "Die Soldatinnen und Soldaten, die daran beteiligt waren, haben Großartiges geleistet und sind dabei über ihre Belastungsgrenzen hinausgegangen." Die Beteiligten müssten den hoch belastbaren Einsatz nun verarbeiten und bräuchten die dafür notwendigen Hilfestellungen. "Die Gefahr traumatischer Beeinträchtigungen ist zweifellos hoch."

Am vergangenen Donnerstag hatte die Bundeswehr ihre Evakuierungsflüge aus Kabul beendet. Der Abflug der letzten Maschinen fand unmittelbar nach einem Selbstmordanschlag vor dem Kabuler Flughafen statt, bei dem nach Angaben ranghoher Vertreter der ehemaligen afghanischen Regierung mehr als einhundert Menschen starben.

(M.Dylatov--DTZ)

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