Deutsche Tageszeitung - SPD im ZDF-"Politbarometer" erstmals seit 19 Jahren vor der Union

SPD im ZDF-"Politbarometer" erstmals seit 19 Jahren vor der Union


SPD im ZDF-"Politbarometer" erstmals seit 19 Jahren vor der Union
SPD im ZDF-"Politbarometer" erstmals seit 19 Jahren vor der Union / Foto: ©

Die SPD liegt im ZDF-"Politbarometer" erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder vor der Union. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würden die Sozialdemokraten der am Freitag veröffentlichten Umfrage zufolge im Vergleich zur Vorwoche um drei Prozentpunkte auf 25 Prozent zulegen. Die Partei wäre damit erstmals seit September 2002 stärkste Kraft. Die CDU/CSU verharrt dagegen im "Politbarometer" bei 22 Prozent.

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Die Grünen verlieren drei Punkte und landen bei 17 Prozent. Die FDP verbessert sich um einen Punkt auf elf Prozent. Die AfD liegt unverändert bei ebenfalls elf Prozent, die Linkspartei legt um einen Punkt auf sieben Prozent zu.

Damit gäbe es eine knappe Mehrheit für eine große Koalition. Es gilt allerdings als unwahrscheinlich, dass Union und SPD ihr Regierungsbündnis fortsetzen wollen. Reichen würde es laut dem "Politbarometer" auch für eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP, ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, Grünen und FDP sowie für Rot-Grün-Rot.

Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) gehen davon aus, dass die SPD bei entsprechenden Mehrheitsverhältnissen nach der Bundestagswahl versuchen würde, eine Regierung mit Grünen und Linken zu bilden. 30 Prozent bezweifeln das. Allerdings fände eine deutliche Mehrheit von 57 Prozent eine solche Koalition schlecht.

Auch von den SPD-Anhängern sprechen sich 50 Prozent gegen Rot-Grün-Rot aus. Dass die SPD vor der Wahl eine Regierung mit Beteiligung der Linken ausschließen sollte, meinen dennoch nur 36 Prozent. Dagegen sind 57 Prozent der Ansicht, die SPD solle sich in dieser Frage nicht festlegen. Unter den SPD-Anhängern liegt der Anteil bei 63 Prozent.

Der Höhenflug von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hält auch im "Politbarometer" an. Nach 65 Prozent vor einer Woche trauen jetzt 70 Prozent Scholz das Amt zu. Unions-Kandidat Armin Laschet kommt auf 25 Prozent, Grünen-Bewerberin Annalena Baerbock liegt bei 23 Prozent.

Auch in der K-Frage legt der SPD-Kandidat erneut zu: Am liebsten wäre nun 53 Prozent der Befragten Scholz als Kanzler, Laschet wünschen sich dagegen nur 18 Prozent. Lediglich 14 Prozent bevorzugen die Grünen-Kandidatin Baerbock.

Die Forschungsgruppe Wahlen befragte für das "Politbarometer" von Dienstag bis Donnerstag 1.301 Wahlberechtigte. Der statistische Fehlerbereich liegt den Angaben zufolge bei einem Wert von 40 Prozent bei drei Prozentpunkten, bei zehn Prozent bei zwei Punkten.

(A.Nikiforov--DTZ)

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