Deutsche Tageszeitung - Widerstand in Montenegro gegen neues Serbisch-Orthodoxes Kirchenoberhaupt

Widerstand in Montenegro gegen neues Serbisch-Orthodoxes Kirchenoberhaupt


Widerstand in Montenegro gegen neues Serbisch-Orthodoxes Kirchenoberhaupt
Widerstand in Montenegro gegen neues Serbisch-Orthodoxes Kirchenoberhaupt / Foto: ©

In Montenegro sorgt die Amtseinführung eines neuen Oberhaupts der Serbisch-Orthodoxen Kirche für ehebliche Spannungen. Bei Protesten gegen die Zeremonie in einem Kloster in der Stadt Cetinje gab es Zusammenstöße mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte trieben die Demonstranten am Sonntagmorgen mit Tränengas auseinander. Der designierte Metropolit Joanikije und der Patriarch Porfirije wurden unter Polizeischutz per Hubschrauber eingeflogen.

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Bereits am Vorabend hatten wütende Demonstranten Polizeiabsperrungen durchbrochen und Straßensperren am Stadtrand errichtet. Sie riefen Parolen wie "Dies ist nicht Serbien!" und "Lang lebe Montenegro!". Die Serbisch-Orthodoxe Kirche ist zwar die wichtigste Religion in Montenegro, viele Montenegriner sehen sie aber als von Belgrad beeinflusst.

Viele Demonstranten hatten daraufhin die Nacht auf der Straße verbracht und sich an Feuern warm gehalten, berichtete ein AFP-Korrespondent. Sie wollten die Kirchenvertreter daran hindern, zu dem Kloster zu gelangen, das vielen Montenegrinern als Nationalsymbol gilt.

Montenegro war 2006 von Serbien unabhängig geworden. Knapp ein Drittel der 620.000 Einwohner definieren sich als ethnische Serben. Einige leugnen bis heute Montenegros Unabhängigkeit.

Die seit Dezember amtierende Regierung gilt als kirchennah. Im Dezember hatte sie ein von der Sozialistischen Partei von Präsident Milo Djukanovic eingebrachtes Gesetz geändert, mit dem hunderte Serbisch-Orthodoxe Klöster zu Staatseigentum gemacht werden sollten. Auch Präsident Djukanovic beteiligte sich an den Protesten gegen die Amtseinführung des neuen Metropoliten in Cetinje.

(W.Novokshonov--DTZ)

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