Deutsche Tageszeitung - Sechs Palästinenser aus israelischem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen

Sechs Palästinenser aus israelischem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen


Sechs Palästinenser aus israelischem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen
Sechs Palästinenser aus israelischem Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen / Foto: ©

Sechs palästinensische Häftlinge, darunter ein prominenter früherer Anführer, sind durch einen Tunnel aus einem israelischen Hochsicherheitsgefängnis ausgebrochen. Nach Angaben der israelischen Gefängnisverwaltung alarmierten Anwohner am frühen Montagmorgen die Behörden, nachdem sie "verdächtige Personen" nahe der Gilboa-Haftanstalt im Norden des Landes beobachtet hatten. Die islamistische Hamas-Organisation feierte den Gefängnisausbruch als "heroischen Akt", Israels Regierungschef Naftali Bennett sprach von einem "sehr ernsten" Zwischenfall.

Textgröße ändern:

Unter den Ausbrechern ist der frühere Anführer der militanten Al-Aksa-Brigaden in Dschenin, Sakaria Subeidi. Die anderen fünf saßen wegen geplanter oder verübter Angriffe auf Israelis in Haft. Der Ausbruch zeige "den Willen und die Entschlossenheit unserer heroischen Gefangenen", erklärte die Hamas. Der Islamische Dschihad sprach von einem "schweren Schlag für die Besatzungsmächte".

Israels Regierungschef Bennett ließ sich nach eigenen Angaben fortlaufend über den Stand der Fahndung nach den Ausbrechern auf dem Laufenden halten. Polizei, Armee und Agenten des Inlands-Geheimdienstes Shin Bet waren im Einsatz, unterstützt wurde die Suche durch Drohnen aus der Luft und durch Spürhunde. Rund um Gilboa wurden Straßensperren eingerichtet.

Die Palästinenser entkamen durch einen Tunnel, den sie unter einem Waschbecken gegraben hatten. Von der Gefängnisverwaltung veröffentlichte Videobilder des Tunnels sowie seines Ausgangs unmittelbar vor der Gefängnismauer weckten Erinnerungen an den Film "Die Verurteilten", in dem zwei von Tim Robbins und Morgan Freeman gespielte Häftlinge durch einen in jahrelanger Arbeit gegrabenen Tunnel entkommen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Regierungspartei siegt wie erwartet bei Parlamentswahl in Kasachstan

Die von Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterstützte Regierungspartei hat die Parlamentswahl in Kasachstan wie erwartet gewonnen. Laut am Sonntagabend im Staatsfernsehen veröffentlichten Prognosen kommt die Adilet-Partei auf 70 bis 72 Prozent der Stimmen. Fünf weitere Parteien sind demnach ebenfalls im Parlament vertreten, das nach einer im März verabschiedeten Verfassungsreform nur noch aus einer Kammer besteht. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei gut 74 Prozent.

EU-Abgeordneter Glucksmann kandidiert bei Präsidentschaftswahl in Frankreich

Der linksgerichtete EU-Parlamentsabgeordnete Raphaël Glucksmann hat seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich verkündet. Sein Ziel sei es, "Frankreich wieder aufzurichten", sagte der 46-Jährige am Sonntagabend im Fernsehsender TF1. Vorwahlen im sozialdemokratischen Lager im Oktober sollen klären, ob Glucksmann als gemeinsamer Kandidat seiner Partei Place publique und der sozialistischen PS antritt.

Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut bekräftigt, dass die Ukraine nicht an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee im Jahr 2022 beteiligt gewesen sei. Kiew habe sich "niemals offiziell an irgendeiner Operation beteiligt, die mit der Sprengung von Nord Stream zu tun hatte", antwortete Selenskyj am Sonntag auf eine Journalistenfrage nach den Ermittlungen zu den Anschlägen.

Hunderte Asylsuchende sollen auf griechische Ägäisinseln verlegt werden

Nach der Rettung von mehr als 150 Migranten vor der Küste der Insel Kreta in den vergangenen Tagen wollen die griechischen Behörden hunderte Migranten in Aufnahmezentren auf Samos und Lesbos bringen. Die Verlegung auf die anderen Inseln diene der "Identifizierung, dem Screening und der Überprüfung" der Asylsuchenden vor einem möglichen Transfer in Einrichtungen auf dem Festland, teilte das Migrationsministerium am Sonntag mit. In einem Aufnahmezentrum in Norden des Landes kam es derweil zu Unruhen.

Textgröße ändern: