Deutsche Tageszeitung - Bundestag beschließt finanzielle Hilfen für Flutopfer

Bundestag beschließt finanzielle Hilfen für Flutopfer


Bundestag beschließt finanzielle Hilfen für Flutopfer
Bundestag beschließt finanzielle Hilfen für Flutopfer / Foto: ©

Der Bundestag hat die Milliardenhilfen für die Hochwasserkatastrophe vom Juli beschlossen. Das Parlament billigte am Dienstag mit großer Mehrheit den Gesetzentwurf für den Aufbaufonds, der als Sondervermögen des Bundes errichtet und durch den Bund mit bis zu 30 Milliarden Euro ausgestattet werden soll. An der Rückzahlung der Hilfsgelder sollen sich die Länder zur Hälfte beteiligen, indem sie bis zum Jahr 2050 Anteile am Umsatzsteueraufkommen an den Bund abtreten.

Textgröße ändern:

Der Bundesrat soll in einer Sondersitzung am Freitag den Weg für den Fonds frei machen. Das Geld soll geschädigten Privathaushalten, Unternehmen und anderen Einrichtungen zugute kommen sowie zur Wiederherstellung der Infrastruktur eingesetzt werden. Der Wiederaufbau von Infrastruktur des Bundes, wie Bundesstraßen, wird gesondert durch den Bund finanziert.

Der Gesetzentwurf der Koalition sieht auch vor, die Insolvenzantragspflicht temporär auszusetzen - bei Fällen, in denen die Zahlungsunfähigkeit auf den Auswirkungen der Starkregenfälle oder des Hochwassers beruht und begründete Aussicht auf Sanierung besteht. Darüber hinaus sieht der Gesetzentwurf Änderungen unter anderem beim Pfändungsschutz vor, um Betroffenen mit Finanzengpässen Luft zu verschaffen.

Ein weiterer Bestandteil des Gesetzentwurfs sind Regelungen für eine bessere Warnung der Bevölkerung bei künftigen ähnlichen Ereignissen. So werden Mobilfunkbetreiber zur Einrichtung eines sogenannten CB-Systems verpflichtet, mit dem an alle in einer Funkzelle eingebuchten Mobiltelefone eine Mitteilung verschickt werden kann.

In der Debatte vor der Abstimmung spielte die Frage des richtigen Umgangs mit dem Klimawandel eine zentrale Rolle. Es sei "unbestreitbar", dass der Klimawandel zu einer "Häufung von Extremereignissen" wie etwa Flutkatastrophen führe, sagte CDU/CSU-Fraktionsvize Andreas Jung (CDU). "Deshalb sind wir aufgefordert, entschieden zu handeln." Jung warb insbesondere für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Der Grünen-Abgeordnete Sven-Christian Kindler warf der großen Koalition schwer wiegende Versäumnisse vor. An Union und SPD gerichtet sagte er: "Sie haben nichts gemacht beim Klimaschutz, und das muss sich endlich ändern." Der Klimaschutz müsse auch durch schuldenfinanzierte neue Programme vorangetrieben werden: "Wir brauchen große Investitionen statt dem Dogma der schwarzen Null."

Der AfD-Abgeordnete Rüdiger Lucassen wies Forderungen nach mehr staatlichem Klimaschutz zurück - einen Zusammenhang zwischen der Flutkatastrophe und dem Klimawandel bezeichnete er als "okkult". Die Flutkatastrophe sei vielmehr durch "Staatsversagen" verschärft worden: "Städte und Dörfer wurden zu spät evakuiert, das hat Menschenleben gefordert", sagte Lucassen. "Für den Hochwasserschutz sind die Regierungen in Bund und Ländern zuständig und nicht das Klima."

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

EU-Abgeordneter Glucksmann kandidiert bei Präsidentschaftswahl in Frankreich

Der linksgerichtete EU-Parlamentsabgeordnete Raphaël Glucksmann hat seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich verkündet. Sein Ziel sei es, "Frankreich wieder aufzurichten", sagte der 46-Jährige am Sonntagabend im Fernsehsender TF1. Vorwahlen im sozialdemokratischen Lager im Oktober sollen klären, ob Glucksmann als gemeinsamer Kandidat seiner Partei Place publique und der sozialistischen PS antritt.

Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut bekräftigt, dass die Ukraine nicht an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee im Jahr 2022 beteiligt gewesen sei. Kiew habe sich "niemals offiziell an irgendeiner Operation beteiligt, die mit der Sprengung von Nord Stream zu tun hatte", antwortete Selenskyj am Sonntag auf eine Journalistenfrage nach den Ermittlungen zu den Anschlägen.

Hunderte Asylsuchende sollen auf griechische Ägäisinseln verlegt werden

Nach der Rettung von mehr als 150 Migranten vor der Küste der Insel Kreta in den vergangenen Tagen wollen die griechischen Behörden hunderte Migranten in Aufnahmezentren auf Samos und Lesbos bringen. Die Verlegung auf die anderen Inseln diene der "Identifizierung, dem Screening und der Überprüfung" der Asylsuchenden vor einem möglichen Transfer in Einrichtungen auf dem Festland, teilte das Migrationsministerium am Sonntag mit. In einem Aufnahmezentrum in Norden des Landes kam es derweil zu Unruhen.

Nordische und baltische Staats- und Regierungschefs zu Solidaritätsbesuch in Kiew

Die Staats- und Regierungschefs der nordischen und baltischen Staaten sind zu einem Solidaritätsbesuch nach Kiew gereist. Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Störe sagte der Ukraine während des Besuchs am Sonntag für das kommende Jahr Unterstützung in Höhe von neun Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) zu. Der Großteil der Hilfe werde an die ukrainische Armee gehen, erklärte die norwegische Regierung.

Textgröße ändern: