Deutsche Tageszeitung - Anwalt von Regierungskritiker Nawalny verlässt Russland

Anwalt von Regierungskritiker Nawalny verlässt Russland


Anwalt von Regierungskritiker Nawalny verlässt Russland
Anwalt von Regierungskritiker Nawalny verlässt Russland / Foto: ©

Der für seinen Einsatz für den Kremlkritiker Alexej Nawalny und dessen Organisationen bekannte Anwalt Iwan Pawlow hat Russland verlassen. Das Vorgehen der Behörden gegen ihn habe seine Arbeit "unmöglich" gemacht, erklärte Pawlow am Dienstag im Nachrichtendienst Telegram. "Ich bin jetzt ein Emigrant. Für’s Erste in Georgien."

Textgröße ändern:

Pawlow hatte Nawalnys Regional-Büros und seine Anti-Korruptions-Stiftung vor Gericht vertreten, als die Staatsanwaltschaft deren Einstufung als "extremistisch" gefordert hatte, was schließlich auch erfolgte.

Pawlow übernahm auch den Fall des Journalisten Iwan Safronow, der im Juli 2020 wegen Landesverrats verhaftet wurde. Dem auf Verteidigungsthemen spezialisierten Reporter wird angelastet, vertrauliche Dokumente an Tschechien weitergegeben zu haben.

Im April dieses Jahres eröffneten die Behörden ein Ermittlungsverfahren gegen Pawlow unter dem Vorwurf, Informationen aus dem Ermittlungsverfahren gegen Safronow preisgegeben zu haben. Der Anwalt wurde vorübergehend festgenommen. Anschließend verboten ihm die Behörden die Nutzung des Internets sowie den Kontakt zu Zeugen in seinem Fall.

In seinem Telegram-Eintrag äußerte der Anwalt den Verdacht, dass die Behörden ihn zur Flucht drängen wollten: "Die Verbote galten nicht für eine Sache - das Verlassen des Landes. Es war ein Schild in Richtung Ausgang." Demnach wurde er vor seiner Abreise bis zum Flughafen verfolgt, aber nicht an der Ausreise gehindert.

Mit Blick auf die Parlamentswahl Mitte September erhöht die russische Regierung seit Monaten den Druck auf die Opposition. Zahlreiche Vertraute Nawalnys leben inzwischen im Ausland oder stehen unter Arrest, Nawalny selbst verbüßt in einer Strafkolonie östlich von Moskau eine zweieinhalbjährige Lagerhaft.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Selenskyj: Ukraine war nicht an Anschlägen auf Nord-Stream-Pipelines beteiligt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat erneut bekräftigt, dass die Ukraine nicht an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee im Jahr 2022 beteiligt gewesen sei. Kiew habe sich "niemals offiziell an irgendeiner Operation beteiligt, die mit der Sprengung von Nord Stream zu tun hatte", antwortete Selenskyj am Sonntag auf eine Journalistenfrage nach den Ermittlungen zu den Anschlägen.

Hunderte Asylsuchende sollen auf griechische Ägäisinseln verlegt werden

Nach der Rettung von mehr als 150 Migranten vor der Küste der Insel Kreta in den vergangenen Tagen wollen die griechischen Behörden hunderte Migranten in Aufnahmezentren auf Samos und Lesbos bringen. Die Verlegung auf die anderen Inseln diene der "Identifizierung, dem Screening und der Überprüfung" der Asylsuchenden vor einem möglichen Transfer in Einrichtungen auf dem Festland, teilte das Migrationsministerium am Sonntag mit. In einem Aufnahmezentrum in Norden des Landes kam es derweil zu Unruhen.

Nordische und baltische Staats- und Regierungschefs zu Solidaritätsbesuch in Kiew

Die Staats- und Regierungschefs der nordischen und baltischen Staaten sind zu einem Solidaritätsbesuch nach Kiew gereist. Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Störe sagte der Ukraine während des Besuchs am Sonntag für das kommende Jahr Unterstützung in Höhe von neun Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) zu. Der Großteil der Hilfe werde an die ukrainische Armee gehen, erklärte die norwegische Regierung.

Debatte um Unterstützung durch BSW: AfD-Bundeschef Chrupalla zurückhaltend

AfD-Bundeschef Tino Chrupalla hat zurückhaltend auf Debatten über eine mögliche Unterstützung durch das BSW nach den Landtagswahlen in Ostdeutschland reagiert. "Das BSW muss sich erstmal selbst orientieren", sagte Chrupalla am Sonntag im ARD-"Sommerinterview". BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sage das eine, die Parteivorsitzende Amira Mohamed Ali einen Tag später etwas anderes. Auch die Positionen in den Landesverbänden des BSW in der Frage seien bisher unterschiedlich.

Textgröße ändern: