Deutsche Tageszeitung - Putschisten in Guinea lassen inhaftierte Gegner der abgesetzten Regierung frei

Putschisten in Guinea lassen inhaftierte Gegner der abgesetzten Regierung frei


Putschisten in Guinea lassen inhaftierte Gegner der abgesetzten Regierung frei
Putschisten in Guinea lassen inhaftierte Gegner der abgesetzten Regierung frei / Foto: ©

Die Putschisten im westafrikanischen Guinea haben inhaftierte Gegner des abgesetzten Präsidenten Alpha Condé freigelassen. Ein AFP-Korrespondent sah am Dienstagabend, wie etwa 20 von ihnen das Gefängnis in der Hauptstadt Conakry verließen. Darunter waren Oppositionelle, aber auch ein früheres Mitglied der Regierungspartei von Condé. Insgesamt befanden sich 79 Personen auf der Liste der Gefangenen, die am Dienstag freigelassen werden sollen.

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Am Sonntag hatten Teile des Militärs gegen die Regierung geputscht und Condé gefangen genommen. Es gab keine offiziellen Angaben über Todesopfer, lokale Medien berichteten jedoch von zehn bis 20 Toten aus den Reihen der Präsidentengarde, die gegen die putschenden Spezialeinheiten gekämpft hatte.

Die Putschisten hatten die von Condé durchgesetzte Verfassung des Landes für außer Kraft gesetzt erklärt. Sie soll durch eine neue "für ganz Guinea" ersetzt werden. Außerdem verkündeten sie eine Ausgangssperre und die Absetzung der Regierung sowie der Chefs der Regionalverwaltungen. Stattdessen kündigten die Militärs eine Regierung der nationalen Einheit an.

Im Oktober 2020 war der 83-jährige Condé zum Sieger der von Gewalt begleiteten, umstrittenen Wahl erklärt worden, was zu Massenprotesten führte. Bei Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften wurden damals dutzende Menschen getötet. Nach Jahrzehnten der Diktatur war Condé 2010 der erste demokratisch gewählte Präsident Guineas. Menschenrechtsaktivisten kritisierten jedoch den zunehmend autoritären Führungsstils des Staatsoberhauptes.

Internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen und die EU hatten den gewaltsamen Umsturz verurteilt und die Freilassung Condés gefordert. Am Mittwoch will die Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (Ecowas) eine virtuelle Sondersitzung abhalten. Nach einem ähnlichen Putsch im benachbarten Mali vor gut einem Jahr verhängte die Ecowas Sanktionen, um die Militärs zur Übergabe der Macht in zivile Hände zu bewegen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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