Deutsche Tageszeitung - Argentiniens Staatschef bildet sein Kabinett um

Argentiniens Staatschef bildet sein Kabinett um


Argentiniens Staatschef bildet sein Kabinett um
Argentiniens Staatschef bildet sein Kabinett um / Foto: ©

Unter massivem Druck aus den eigenen Reihen hat Argentiniens Staatschef Alberto Fernández sein Kabinett umgebildet. Fernández verkündete die Neubesetzung mehrerer Kabinettsposten am Freitag, nachdem ihn Vize-Präsidentin Cristina Kirchner am Vortag mit einem offenen Brief massiv unter Druck gesetzt und ihm eine verfehlte Wirtschaftspolitik vorgeworfen hatte.

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Kirchner, die selbst jahrelang als Präsidentin an der Spitze Argentiniens stand, hatte in ihrem Schreiben die Kabinettsumbildung als eine Reaktion auf das schwache Abschneiden der Regierungsparteien der Mitte-Links-Koalition bei Vorwahlen am vergangenen Wochenende verlangt. Mehrere Minister, die dem Lager Kirchners zugerechnet werden, hatten zugleich ihren Rücktritt angeboten.

Fernández lehnte die Rücktritte ab, ersetzte nun aber seinen von Kirchner viel kritisierten Kabinettschef Santiago Cafiero durch den Gouverneur der Provinz Tucumán, Juan Manzur. Cafiero soll Außenminister werden, während mehrere Politiker neu ins Kabinett berufen wurden, unter ihnen Aníbal Fernández für das Sicherheitsministerium sowie Julián Domínguez für Landwirtschaft und Fischerei.

Fernández und Kirchner stehen gemeinsam an der Spitze einer Mitte-Links-Regierung; angesichts der schlechten Vorwahlergebnisse müssen die Regierungsparteien bei der Parlamentswahl am 14. November eine Schlappe und den Verlust der Mehrheit im Senat befürchten.

Argentinien befindet sich in der Rezession; die wirtschaftliche Dauermisere wurde durch die Corona-Pandemie verschärft. Am Donnerstag hatten Zehntausende in Buenos Aires gegen die grassierende Armut, Inflation und Arbeitslosigkeit demonstriert.

Nach offiziellen Angaben leben 42 Prozent der 45 Millionen Argentinier derzeit in Armut. Argentinien verzeichnet eine der weltweit höchsten Inflationsraten und steht unter anderem beim Internationalen Währungsfonds (IWF) mit Milliardensummen in der Kreide.

(V.Sørensen--DTZ)

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