Deutsche Tageszeitung - Britische Ermittler beschuldigen dritten russischen Agenten im Fall Skripal

Britische Ermittler beschuldigen dritten russischen Agenten im Fall Skripal


Britische Ermittler beschuldigen dritten russischen Agenten im Fall Skripal
Britische Ermittler beschuldigen dritten russischen Agenten im Fall Skripal / Foto: ©

Dreieinhalb Jahre nach dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal in England haben die britischen Ermittler einen dritten Tatverdächtigen offiziell beschuldigt. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft seien die Beweise ausreichend, um Anklage gegen den russischen Geheimdienstmitarbeiter Sergej Fedotow wegen Verschwörung zur Ermordung Skripals zu erheben, teilte die Polizei am Dienstag mit.

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Ihm würden zudem die versuchte Ermordung von Skripals Tochter Julia sowie des Polizisten Nick Bailey, schwere Körperverletzung und der Einsatz einer Chemiewaffe vorgeworfen.

Nach Angaben der britischen Anklagebehörde CPS wird London keinen Auslieferungsantrag stellen, da laut russischer Verfassung die Auslieferung von Russen an andere Staaten nicht erlaubt sei. Sollte sich dies ändern, werde sich Großbritannien um die Auslieferung Fedotows bemühen.

Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März 2018 im südenglischen Salisbury dem in der Sowjetunion entwickelten Nervengift Nowitschok ausgesetzt worden. Beide überlebten den Anschlag nur knapp.

Eine Britin, die ebenfalls mit Nowitschok in Kontakt gekommen war, starb hingegen Ende Juni 2018. Der Kriminalbeamte Bailey, der nach der Attacke als einer der Ersten das Haus der Skripals betreten hatte, erlitt schwere Verletzungen.

Die britische Regierung macht den russischen Geheimdienst für den Anschlag verantwortlich. Moskau weist jegliche Verantwortung zurück. Der Fall führte zu einer schweren Krise zwischen Russland und dem Westen, beide Seiten veranlassten die Ausweisung dutzender Diplomaten.

Die britische Polizei hatte bereits im September 2018 zwei Verdächtige in dem Fall identifiziert, bei denen es sich um Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU handeln soll. Sie reisten nach Angaben der Ermittler vermutlich unter den Decknamen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow nach Großbritannien ein.

Eine Woche später präsentierten sich die beiden gesuchten Männer im russischen Fernsehen als unbescholtene Touristen. Auch Kreml-Chef Wladimir Putin bezeichnete sie als Zivilisten.

Fedotow war den britischen Ermittlern zufolge am Vormittag des 2. März in London gelandet, wenige Stunden vor Petrow und Boschirow. Die drei Männer trafen sich demnach mehrmals in London, bevor Fedotow am 4. März wieder nach Moskau zurückflog.

(I.Beryonev--DTZ)

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