Deutsche Tageszeitung - Empörung über CDU-Wahlwerbespot mit "Querdenker"-Szene

Empörung über CDU-Wahlwerbespot mit "Querdenker"-Szene


Empörung über CDU-Wahlwerbespot mit "Querdenker"-Szene
Empörung über CDU-Wahlwerbespot mit "Querdenker"-Szene / Foto: ©

Der CDU-Wahlwerbespot, in dem in einer kurzen Szene ein "Querdenker" an der Seite von Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) zu sehen ist, sorgt weiter für Empörung. SPD und Linkspartei forderten die CDU am Mittwoch auf, den Spot zurückzuziehen. Sie begründeten dies auch mit der Veröffentlichung des Spots nach der Tötung eines Tankstellenkassierers in Idar-Oberstein, zu der es offensichtlich nach einem Streit um die Einhaltung der Maskenpflicht gekommen war.

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Laschet verteidigte das Wahlvideo. Es zeige, dass jemand bei einer Kundgebung auf die Bühne springe und einige Fragen stelle. Er finde, "man muss die Fragen der Kritiker beantworten, aber man muss ihnen in allem Klartext auch widersprechen und sagen, wir dulden nicht, dass Hass und Ressentiments geschürt werden", sagte Laschet im ARD-"Mittagsmagazin". Zu der Tat in Idar-Oberstein sagte er: Der Mordanschlag zeige, "was manche in der Querdenker-Szene, insbesondere auch bei der AfD, mit ihrem Hass erreicht haben."

In Idar-Oberstein war am Wochenende ein Tankstellenkassierer erschossen worden. Nach Angaben der Ermittler hatte er den mutmaßlichen Täter zuvor auf die Einhaltung der Maskenpflicht hingewiesen.

Der CDU-Spot rief auch deshalb zum Teil empörte Reaktion hervor, weil er nach dieser Tat zu sehen war. In der umstrittenen Szene springt ein "Querdenker" auf die Bühne neben Laschet. Unterlegt ist dies mit der Aussage, dass die CDU auch mit denen rede, die "eine kritische Haltung" haben.

Scharfe Kritik an dem Video kam unter anderem von SPD und Linkspartei. Es sei "absolut inakzeptabel, dass der Kanzlerkandidat der CDU einen Corona-Leugner in seinem jüngsten Wahlspot auftreten lässt, der offenbar Beziehungen in die rechtsradikale Szene hat", sagte die Linken-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow der Nachrichtenagentur AFP. Demokratische Parteien dürften "Querdenker nicht hofieren, sie müssen ihnen entgegentreten". An die Adresse des Unionskanzlerkandidaten sagte sie: "So etwas geht nicht, Herr Laschet - besonders nicht nach dem Anschlag von Idar-Oberstein."

Ähnlich äußerte sich SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. "Während die Ermittlungen zu der schrecklichen Tat noch laufen, erdreistet sich die CDU mit einem Wahlkampfspot für Armin Laschet zu werben, in dem ein radikaler Querdenker verharmlost wird", sagte Klingbeil den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Ihm sei "unbegreiflich, wie eine Partei und ihr Kanzlerkandidat so pietätlos sein können". Der SPD-Generalsekretär forderte Laschet auf, das Video zurückzuziehen und sich bei den Angehörigen des Opfers zu entschuldigen.

(V.Sørensen--DTZ)

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