Deutsche Tageszeitung - Lehrerverband kritisiert Teilnahme von Schülern an Klimastreik

Lehrerverband kritisiert Teilnahme von Schülern an Klimastreik


Lehrerverband kritisiert Teilnahme von Schülern an Klimastreik
Lehrerverband kritisiert Teilnahme von Schülern an Klimastreik / Foto: ©

Der Deutsche Lehrerverband (DL) hat die geplante Teilnahme von Schülerinnen und Schülern am weltweit stattfindenden Klimastreik an diesem Freitag kritisiert. "Wir lehnen es ab, dass die Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen - etwa im Rahmen eines so genannten Klimastreiks - aufgehoben wird", sagte DL-Präsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Freitag.

Textgröße ändern:

"Es stellt sich ansonsten die Frage, für welche politischen Aktionen man schulfrei bekommen würde und für welche nicht", sagte Meidinger den Zeitungen weiter. "Darf man dann auch bei einer Demo gegen den Welthunger, für den Frieden in der Welt, für die Befreiung Palästinas oder gegen ’Überfremdung’ schulfrei nehmen?", fragte Meidinger. Die Schule dürfe nicht zwischen "guten" und "schlechten" Aktionen unterscheiden.

Meidinger verwies laut dem Bericht darauf, dass auch in der Schule Zeichen gegen den Klimawandel gesetzt werden könnten, "ohne dafür den Unterricht zu schwänzen". Als Beispiel nannte er das Engagement von Kindern und Jugendlichen in schulischen Arbeitsgruppen, Aktionen im Unterricht und Schuldebatten. "Schule und Engagement für eine bessere Umwelt sind also keine Gegensätze".

Meidinger plädierte allerdings für Besonnenheit bei der möglichen Bestrafung von Klimastreikenden. "Bei einmaligen Verstößen gegen die Schulpflicht im Rahmen von Fridays for Future sollte nicht überzogen, sondern angemessen reagiert werden", sagte er dem RND. "Etwa, indem die betroffenen Schülerinnen und Schüler den versäumten Unterricht nachholen müssen".

Kurz vor der Bundestagswahl will die Klimaschutzbewegung Fridays for Future am Freitag bundesweit noch einmal bei einem großangelegten Klimastreik auf die Straßen gehen. Nach Angaben der vor allem von jungen Menschen getragenen Bewegung sind Demonstrationen in mehr als 400 Städten geplant. In Berlin soll auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg teilnehmen, die die globalen Fridays-for-Future-Aktionen maßgeblich inspirierte.

Die Demonstrationen in Deutschland sind dabei erneut Teil eines globalen Klimastreiks der Bewegung. Es ist der insgesamt achte weltweite Aktionstag von Fridays for Future seit 2019. Zentrale Forderung der Aktivisten sind verstärkte Klimaschutzmaßnahmen, die den weltweiten Temperaturanstieg noch auf eineinhalb Grad begrenzen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Behörden: Region Moskau von 620 ukrainischen Drohnen ins Visier genommen

Die ukrainische Armee hat die Region Moskau nach Angaben der russischen Behörden in der Nacht zum Dienstag mit mehr als 600 Drohnen ins Visier genommen. Es seien insgesamt 620 Drohnen auf die Region abgefeuert worden, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Dienstagmorgen im Onlinedienst Telegram mit. Dabei seien mehrere Menschen verletzt sowie mehrere Gebäude beschädigt worden.

Südkoreas Präsident Lee: Manöver mit den USA sind nicht gegen Nordkorea gerichtet

Nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die gemeinsamen Manöver mit Südkorea zu reduzieren, hat die Regierung in Seoul den Verteidigungscharakter der Militärübungen betont. Die gemeinsamen Manöver mit den USA spiegelten "keine Absicht wider, Nordkorea anzugreifen oder die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu verschärfen", erklärte Präsident Lee Jae Myung am Dienstag.

Wahlkommission in Sambia: Präsident Hichilema für zweite Amtszeit wiedergewählt

Nach der Wahl in Sambia ist Präsident Hakainde Hichilema von der Wahlkommission zum Sieger ausgerufen worden. Der seit 2021 regierende Staatschef sei mit 60 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden, teilte die Wahlkommission des südafrikanischen Landes am Dienstag mit. Internationale Wahlbeobachter hatten zuvor Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl beklagt.

Moskau droht London nach Bericht über Einsatz britischer Drohnen in Russland

Nach einem Bericht über den Einsatz britischer Drohnen bei ukrainischen Angriffen in Russland hat Moskau die Regierung in London vor den "Konsequenzen" gewarnt. Das Vereinigte Königreich werde sich für die militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine "verantworten" und einen "Preis" zahlen müssen, erklärte die russische Botschaft in London. Ein britischer Regierungssprecher wies die Drohungen in der Nacht zum Dienstag zurück und betonte, dass sein Land die Ukraine weiter unterstützen werde.

Textgröße ändern: