Deutsche Tageszeitung - Deutschland exportierte seit 2018 Kriegswaffen für mehr als 4,5 Milliarden Euro

Deutschland exportierte seit 2018 Kriegswaffen für mehr als 4,5 Milliarden Euro


Deutschland exportierte seit 2018 Kriegswaffen für mehr als 4,5 Milliarden Euro
Deutschland exportierte seit 2018 Kriegswaffen für mehr als 4,5 Milliarden Euro / Foto: ©

Deutschland hat in der zurückliegenden Legislaturperiode Kriegswaffen im Wert von mehr als 4,5 Milliarden Euro exportiert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Freitag in Berlin vorlag. Die Angaben für die Hauptempfängerländer sind allerdings unvollständig, da die Daten teilweise von der Bundesregierung als Verschlusssache eingestuft wurden.

Textgröße ändern:

Ein Hauptempfängerland von Kriegswaffen war demnach Ägypten mit einem Volumen von 1081 Millionen Euro. In die Türkei gingen allein 2018 Kriegswaffen im Wert von 242 Millionen Euro, für die übrigen Jahre wurden keine Angaben veröffentlicht.

Unter den übrigen Empfängerländern, die weder der EU noch der Nato angehören, erhielt Saudi-Arabien ebenfalls allein 2018 Kriegswaffen im Wert von 160 Millionen Euro, Singapur im gesamten Zeitraum im Wert von 151 Millionen Euro sowie Israel - nur 2018 - von 23 Millionen Euro. Ein Teil der Daten wurde von der Linken aus dem Rüstungsexportbericht der Regierung ergänzt.

"Angesichts der massiven Ausfuhr von Kriegswaffen in Spannungsgebiete von einer zurückhaltenden Rüstungsexportpolitik zu sprechen, ist eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit durch die Bundesregierung", erklärte dazu die Linken-Politikerin Sevim Dagdelen. So sei es "unerträglich, dass die Türkei bei der Bundesregierung unmittelbar nach Ägypten mit über einer Milliarde Euro zweitwichtigster Empfänger deutscher Kriegswaffen ist".

Dagdelen verwies in diesem Zusammenhang auf "völkerrechtswidrige Kriege", die der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Syrien und Libyen führe. Außerdem bedrohe Erdogan die EU-Mitglieder Griechenland und Zypern. Als "vollkommen inakzeptabel" wertete Dagdelen zudem, "dass die Bundesregierung hier wie auch im Fall der Kopf-ab-Diktatur Saudi-Arabien die genauen Ausfuhrzahlen geheim halten und so vor der Öffentlichkeit verbergen will".

Die Linke äußerte sich auch zu den Kosten der Auslandseinsätze der Bundeswehr, die sie auf Grundlage von Daten des Bundestags-Haushaltsausschusses errechnete. Die Einsätze kosteten demnach von 2018 bis 2021 insgesamt 3,6 Milliarden Euro, davon 2,6 Milliarden Euro für die beiden Einsätze in Mali und in Afghanistan. Dazu kamen demnach bezogen auf die beiden Länder noch einsatzbedingte Zusatzkosten von jeweils 1,3 Milliarden Euro.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Wahlkommission in Sambia: Präsident Hichilema für zweite Amtszeit wiedergewählt

Nach der Wahl in Sambia ist Präsident Hakainde Hichilema von der Wahlkommission zum Sieger ausgerufen worden. Der seit 2021 regierende Staatschef sei mit 60 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden, teilte die Wahlkommission des südafrikanischen Landes am Dienstag mit. Internationale Wahlbeobachter hatten zuvor Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl beklagt.

Moskau droht London nach Bericht über Einsatz britischer Drohnen in Russland

Nach einem Bericht über den Einsatz britischer Drohnen bei ukrainischen Angriffen in Russland hat Moskau die Regierung in London vor den "Konsequenzen" gewarnt. Das Vereinigte Königreich werde sich für die militärische Zusammenarbeit mit der Ukraine "verantworten" und einen "Preis" zahlen müssen, erklärte die russische Botschaft in London. Ein britischer Regierungssprecher wies die Drohungen in der Nacht zum Dienstag zurück und betonte, dass sein Land die Ukraine weiter unterstützen werde.

Kushner: Gespräche mit dem Iran verlaufen "sehr positiv"

Die Gespräche zwischen Washington und Teheran über ein Ende des Iran-Krieges kommen nach Angaben des US-Gesandten Jared Kushner voran. Beide Seiten führten "sehr positive Gespräche", sagte der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump am Montag dem Fernsehsender Fox News. Er schränkte zugleich aber ein, dass es "nach all den Jahren eigentlich kaum Vertrauen zwischen den USA und dem Iran" gebe.

Kushner: Fortschritte bei Umsetzung von Gaza-Friedensplan in 30 Tagen möglich

Der US-Sondergesandte Jared Kushner hält Fortschritte bei der Entwaffnung der islamistischen Hamas im Gazastreifen im Zuge des US-Friedensplans binnen eines Monats für möglich. "Wir könnten (...) schon in 30 Tagen Fortschritte sehen", sagte Kushner am Montag dem Sender Fox News in Tel Aviv. Diese Fortschritte begännen "hoffentlich mit dem Abtransport einiger Waffen und, wissen Sie, hoffentlich auch mit dem Zuschütten einiger Tunnel".

Textgröße ändern: