Deutsche Tageszeitung - Biden attackiert Republikaner in Schuldenstreit scharf

Biden attackiert Republikaner in Schuldenstreit scharf


Biden attackiert Republikaner in Schuldenstreit scharf
Biden attackiert Republikaner in Schuldenstreit scharf / Foto: ©

Im Schuldenstreit in den USA hat Präsident Joe Biden die oppositionellen Republikaner scharf attackiert und ihnen ein "rücksichtsloses und gefährliches" Verhalten vorgeworfen. "Sie müssen aufhören, russisches Roulette mit der US-Wirtschaft zu spielen", sagte Biden am Montag im Weißen Haus über die Konservativen. Angesichts der Blockadehaltung der Oppositionspartei bei einer Aussetzung des Schuldendeckels könne er nicht garantieren, dass das Land Mitte Oktober nicht zahlungsunfähig werde.

Textgröße ändern:

Biden warnte, das hätte verheerende Auswirkungen zur Folge und könnten die US-Wirtschaft "über eine Klippe" stürzen lassen. "Ein Meteorit ist dabei, in unsere Wirtschaft einzuschlagen", sagte der US-Demokrat. Die Partei seines Vorgängers Donald Trump blockiere eine Anhebung der Schuldenobergrenze aber mit "prozeduralen Tricks".

"Die Republikaner müssen uns unseren Job machen lassen", sagte Biden. "Geht einfach nur aus dem Weg. Wenn ihr nicht helfen wollt, dass Land zu retten, dann geht aus dem Weg, um es nicht zu zerstören."

Die USA könnten ohne Aussetzung der Schuldenobergrenze bald erstmals in ihrer Geschichte nicht mehr in der Lage sein, ihre Schulden zu begleichen. Finanzministerin Janet Yellen hat gewarnt, dies könne eine "historischen Finanzkrise" und "wirtschaftlichen Katastrophe" auslösen.

Die Republikaner blockieren aber im Senat eine Aussetzung des Schuldendeckels - obwohl die Obergrenze auch unter republikanischen Präsidenten ausgesetzt oder angehoben wurde und die derzeitige Schuldenlast auch auf die Trump-Regierung zurückgeht.

Biden warf der Oppositionspartei deswegen am Montag ein "heuchlerisches" und "schändliches" Verhalten vor. "Die Schuldengrenze anzuheben bedeutet zu bezahlen, was wir bereits schulden", sagte der Präsident. "Der Grund, warum wir das Schuldenlimit anheben müssen, liegt teilweise in der verantwortungslosen Steuer- und Ausgabenpolitik der vorherigen Trump-Regierung."

Seit den 1960er Jahren wurde das Schuldenlimit in den USA rund 80 Mal angehoben oder ausgesetzt. Zuletzt geschah dies unter Trump für eine Dauer von zwei Jahren. Dies endete aber am 1. August. Seitdem gilt wieder eine Schuldenobergrenze von 28,4 Billionen Dollar (rund 24 Billionen Euro).

Das Finanzministerium versucht deswegen, eine Zahlungsunfähigkeit durch Umschichtungen zu vermeiden. Finanzministerin Yellen hat aber gewarnt, der Spielraum dürfte rund um den 18. Oktober ausgeschöpft sein.

Die Republikaner nutzen den Schuldenstreit, um die Haushaltspolitik der Biden-Regierung anzuprangern. Sie werfen den Demokraten einen verantwortungslosen Umgang mit den Staatsfinanzen vor und verweisen dabei insbesondere auf ein geplantes Sozialpaket im Umfang von 3,5 Billionen Dollar (rund drei Billionen Euro).

Das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus hat bereits zwei Mal für eine Aussetzung der Schuldenobergrenze bis Dezember 2022 gestimmt. Die Republikaner können das aber im Senat mit einer Sperrminorität blockieren.

Die Demokraten könnten das zwar mit einem als "Reconciliation" bekannten Sonderweg umgehen, bei dem ihre eigene, hauchdünne Mehrheit ausreichen würde. Sie bezeichnet diesen Weg aber als zu zeitaufwändig und riskant - und wollen die Republikaner nicht aus der gemeinsamen Verantwortung beim Umgang mit der Schuldenlast des Landes entlassen.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Neue Kanzleramtsministerin Warken will Geheimdienst-Reform schnell voranbringen

Die neue Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) will die geplante und vom Kabinett beschlossene Reform des Bundesnachrichtendienstes (BND) schnell voranbringen. "Bis Ende des Jahres soll das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen sein", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Die Dienste werden anschließend zur Sicherheit von uns allen schnell von ihren neuen Befugnissen Gebrauch machen."

Einschüchterungen und Auszählungspause: Wahlbeobachter in Sambia beklagen Unregelmäßigkeiten

Internationale Wahlbeobachter haben Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl in Sambia beklagt. Die stundenlange Unterbrechung der Stimmauszählung habe "Unsicherheit und Besorgnis" ausgelöst, erklärte die Beobachtermission der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) am Samstag. Zudem lägen Berichte "über Einschüchterungen, Übergriffe, Entführungen und Sachbeschädigungen in fünf Provinzen" vor. Zeugenaussagen zufolge habe es Todesopfer gegeben. Die Mission habe die Berichte allerdings nicht verifiziert können. Die Polizei teilte mit, sie habe nach der Tötung eines Wahlhelfers neun Verdächtige festgenommen.

Islamistische Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Mit Paraden und Blumen haben die radikalislamischen Taliban den fünften Jahrestag ihrer erneuten Machtübernahme in Afghanistan gefeiert - während Kritiker den zunehmenden Verlust von Freiheiten und Rechten unter der Taliban-Herrschaft beklagen. Hunderte männliche Anhänger versammelten sich am Samstag auf einem Platz neben der ehemaligen US-Botschaft in Kabul und schwenkten die weißen Flaggen der Taliban-Regierung. Militärhubschrauber warfen Blumen über einer Parade männlicher Athleten ab - Frauen dürfen in Afghanistan unter den Taliban keinen Sport treiben.

Nach Anschlag am Bondi Beach: Australien kündigt Schusswaffen-Rückkauf an

Acht Monate nach dem antisemitischen Schusswaffenangriff am australischen Bondi Beach hat der Bundesstaat New South Wales ein erstes Rückkaufprogramm für Schusswaffen eingeleitet. Ab November sollen Waffenbesitzer ihre nach neuen Gesetzen verbotenen Pistolen und Gewehre gegen Geld bei den Behörden abgeben können, wie Australiens Regierungschef Anthony Albanese am Samstag ankündigte. Weitere australische Bundesstaaten sollen folgen.

Textgröße ändern: