Deutsche Tageszeitung - Macron und Blinken plädieren für verstärkte Zusammenarbeit

Macron und Blinken plädieren für verstärkte Zusammenarbeit


Macron und Blinken plädieren für verstärkte Zusammenarbeit
Macron und Blinken plädieren für verstärkte Zusammenarbeit / Foto: ©

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat überraschend US-Außenminister Antony Blinken im Elysée empfangen. Es gehe darum, "Vertrauen wiederherzustellen", teilte der Elysée am Dienstag mit. Es war das erste Treffen des französischen Präsidenten mit einem hochrangigen US-Politiker nach der U-Boot-Krise, die Frankreich stark verärgert hatte. Blinken war zuvor mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian zusammengetroffen. Das Treffen mit Macron war nicht angekündigt gewesen.

Textgröße ändern:

Es herrsche Einigkeit, dass es derzeit "eine Gelegenheit gebe, die Zusammenarbeit in vielen Bereichen zu vertiefen", sagte ein hochrangiger US-Vertreter vor Journalisten in Paris. "Es bleibt noch eine Menge harter Arbeit, um zu bestimmen, welche konkreten Aktionen dabei herauskommen", fügte er hinzu. Diese sollten Macron und sein US-Kollege Joe Biden dann bei ihrem nächsten Treffen Ende des Monats ankündigen. Das Treffen von Macron und Blinken habe etwa eine halbe Stunde gedauert.

Frankreich und die USA hätten viele gemeinsame Interessen, beispielsweise die Zusammenarbeit zwischen EU und NATO, die Sahelzone und den indopazifischen Raum, hieß es im Elysée. Von US-Seite wurde das Treffen von Macron und Blinken als "positiv" und "produktiv" beschrieben. Blinken spricht fließend französisch, da er während seiner Jugend in Paris zur Schule gegangen war.

Die US-Regierung hatte vor zwei Wochen den Verbündeten Frankreich durch ein neues indopazifisches Bündnis und ein U-Boot-Geschäft mit Australien vor den Kopf gestoßen. Das neue Bündnis zwischen den USA, Großbritannien und Australien umfasst auch den gemeinsamen Bau von Atom-U-Booten für Australien. Dafür ließ Australien ein lange geplantes, milliardenschweres U-Boot-Geschäft mit Frankreich platzen.

Die französische Regierung reagierte extrem verärgert und beorderte unter anderem ihre Botschafter aus Washington und Canberra zu Konsultationen nach Paris. Le Drian sprach von einem "Dolchstoß in den Rücken". Vergangene Woche telefonierten dann US-Präsident Joe Biden und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, um den Streit zu entschärfen. Sie vereinbarten dabei "vertiefte Konsultationen" und ein Treffen Ende Oktober in Europa.

Blinken hatte Le Drian bereits vergangene Woche am Rande der UN-Generaldebatte in New York getroffen. Beide hatten anschließend erklärt, die Beilegung des Streits werde Zeit in Anspruch nehmen.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Neue Kanzleramtsministerin Warken will Geheimdienst-Reform schnell voranbringen

Die neue Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) will die geplante und vom Kabinett beschlossene Reform des Bundesnachrichtendienstes (BND) schnell voranbringen. "Bis Ende des Jahres soll das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen sein", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Die Dienste werden anschließend zur Sicherheit von uns allen schnell von ihren neuen Befugnissen Gebrauch machen."

Einschüchterungen und Auszählungspause: Wahlbeobachter in Sambia beklagen Unregelmäßigkeiten

Internationale Wahlbeobachter haben Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl in Sambia beklagt. Die stundenlange Unterbrechung der Stimmauszählung habe "Unsicherheit und Besorgnis" ausgelöst, erklärte die Beobachtermission der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) am Samstag. Zudem lägen Berichte "über Einschüchterungen, Übergriffe, Entführungen und Sachbeschädigungen in fünf Provinzen" vor. Zeugenaussagen zufolge habe es Todesopfer gegeben. Die Mission habe die Berichte allerdings nicht verifiziert können. Die Polizei teilte mit, sie habe nach der Tötung eines Wahlhelfers neun Verdächtige festgenommen.

Islamistische Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Mit Paraden und Blumen haben die radikalislamischen Taliban den fünften Jahrestag ihrer erneuten Machtübernahme in Afghanistan gefeiert - während Kritiker den zunehmenden Verlust von Freiheiten und Rechten unter der Taliban-Herrschaft beklagen. Hunderte männliche Anhänger versammelten sich am Samstag auf einem Platz neben der ehemaligen US-Botschaft in Kabul und schwenkten die weißen Flaggen der Taliban-Regierung. Militärhubschrauber warfen Blumen über einer Parade männlicher Athleten ab - Frauen dürfen in Afghanistan unter den Taliban keinen Sport treiben.

Nach Anschlag am Bondi Beach: Australien kündigt Schusswaffen-Rückkauf an

Acht Monate nach dem antisemitischen Schusswaffenangriff am australischen Bondi Beach hat der Bundesstaat New South Wales ein erstes Rückkaufprogramm für Schusswaffen eingeleitet. Ab November sollen Waffenbesitzer ihre nach neuen Gesetzen verbotenen Pistolen und Gewehre gegen Geld bei den Behörden abgeben können, wie Australiens Regierungschef Anthony Albanese am Samstag ankündigte. Weitere australische Bundesstaaten sollen folgen.

Textgröße ändern: