Deutsche Tageszeitung - EU kann Konvention zu Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen beitreten

EU kann Konvention zu Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen beitreten


EU kann Konvention zu Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen beitreten
EU kann Konvention zu Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen beitreten / Foto: ©

Die EU kann der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen beitreten, soweit es um die Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung sowie um Asyl- und Flüchtlingsrecht geht. Das stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg in einem am Mittwoch vorgelegten Gutachten klar. Dafür reiche eine qualifizierte Mehrheit.

Textgröße ändern:

Die Istanbul-Konvention ist ein 2011 getroffenes Übereinkommen des Europarats. Neben Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sieht es auch eine Gleichstellung der Geschlechter und die Abschaffung diskriminierender Vorschriften in den Zeichnerstaaten vor.

In der EU fällt ein Großteil dieser Maßnahmen in die Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten. Regelungen zur Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung, zu Asyl und Migration sowie zur Bindung der EU-Verwaltung an das Abkommen unterliegen aber dem EU-Recht. Daher müssen sowohl die EU als auch die Mitgliedsstaaten die Konvention ratifizieren.

Zu diesem komplizierten Verfahren forderte das EU-Parlament ein Gutachten des EuGH an. Solche Gutachten sollen verhindern, dass die EU internationale Verpflichtungen eingeht, obwohl dies von einzelnen Mitgliedsstaaten noch erfolgreich angefochten werden kann.

Der EuGH bestätigte nun, dass die EU den sie betreffenden Teil der Konvention ratifizieren kann. Dies erfordere aber ergänzende EU-rechtliche Grundlagen über die bislang vorgesehenen hinaus.

Bislang will der Rat der EU mit der Ratifizierung allerdings abwarten, bis unter den Mitgliedsstaaten insgesamt Einigkeit über das gesamte Abkommen besteht. Vorbehalte gibt es unter anderem in Polen und Kroatien.

Die Luxemburger Richter betonten allerdings, dass dieses Abwarten nicht zur Einführung des Einstimmigkeitsprinzips durch die Hintertür führen darf. Danach kann eine qualifizierte Mehrheit das Abkommen ratifizieren, wenn sie nicht weiter abwarten will.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Neue Kanzleramtsministerin Warken will Geheimdienst-Reform schnell voranbringen

Die neue Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) will die geplante und vom Kabinett beschlossene Reform des Bundesnachrichtendienstes (BND) schnell voranbringen. "Bis Ende des Jahres soll das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen sein", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Die Dienste werden anschließend zur Sicherheit von uns allen schnell von ihren neuen Befugnissen Gebrauch machen."

Einschüchterungen und Auszählungspause: Wahlbeobachter in Sambia beklagen Unregelmäßigkeiten

Internationale Wahlbeobachter haben Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl in Sambia beklagt. Die stundenlange Unterbrechung der Stimmauszählung habe "Unsicherheit und Besorgnis" ausgelöst, erklärte die Beobachtermission der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) am Samstag. Zudem lägen Berichte "über Einschüchterungen, Übergriffe, Entführungen und Sachbeschädigungen in fünf Provinzen" vor. Zeugenaussagen zufolge habe es Todesopfer gegeben. Die Mission habe die Berichte allerdings nicht verifiziert können. Die Polizei teilte mit, sie habe nach der Tötung eines Wahlhelfers neun Verdächtige festgenommen.

Islamistische Taliban feiern fünften Jahrestag ihrer Machtübernahme in Afghanistan

Mit Paraden und Blumen haben die radikalislamischen Taliban den fünften Jahrestag ihrer erneuten Machtübernahme in Afghanistan gefeiert - während Kritiker den zunehmenden Verlust von Freiheiten und Rechten unter der Taliban-Herrschaft beklagen. Hunderte männliche Anhänger versammelten sich am Samstag auf einem Platz neben der ehemaligen US-Botschaft in Kabul und schwenkten die weißen Flaggen der Taliban-Regierung. Militärhubschrauber warfen Blumen über einer Parade männlicher Athleten ab - Frauen dürfen in Afghanistan unter den Taliban keinen Sport treiben.

Nach Anschlag am Bondi Beach: Australien kündigt Schusswaffen-Rückkauf an

Acht Monate nach dem antisemitischen Schusswaffenangriff am australischen Bondi Beach hat der Bundesstaat New South Wales ein erstes Rückkaufprogramm für Schusswaffen eingeleitet. Ab November sollen Waffenbesitzer ihre nach neuen Gesetzen verbotenen Pistolen und Gewehre gegen Geld bei den Behörden abgeben können, wie Australiens Regierungschef Anthony Albanese am Samstag ankündigte. Weitere australische Bundesstaaten sollen folgen.

Textgröße ändern: