Deutsche Tageszeitung - Merkel blickt auf gute Zusammenarbeit mit Italiens Regierungschef zurück

Merkel blickt auf gute Zusammenarbeit mit Italiens Regierungschef zurück


Merkel blickt auf gute Zusammenarbeit mit Italiens Regierungschef zurück
Merkel blickt auf gute Zusammenarbeit mit Italiens Regierungschef zurück / Foto: ©

Bei ihrem Abschiedsbesuch in Rom hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die gute Zusammenarbeit mit Italiens Ministerpräsident Mario Draghi zurückgeblickt. "Ich darf sagen, dass in den wenigen Monaten unserer Zusammenarbeit sich ein enges Kooperationsverhältnis schon herausgebildet hat", sagte Merkel am Donnerstag vor Journalisten. Draghi dankte der Kanzlerin insbesondere für die Hilfe in der Corona-Pandemie. "Ich bin ihr ganz persönlich dankbar für den regelmäßigen Austausch, zu dem es in diesem schwierigen Jahr zwischen uns beiden gekommen ist."

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Während der akuten Phase der Pandemie habe Merkel eine Versorgung italienischer Patienten in deutschen Krankenhäusern in die Wege geleitet, sagte der italienische Regierungschef. "Das war etwas, was uns wirklich sehr bewegt hat."

Die Kanzlerin habe auch eine "entscheidende Rolle" bei der Schaffung des Programms "Next Generation EU" gespielt, das Italien Hilfen in Milliarden-Höhe zum Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie gewährt. Draghi bezeichnete den Fonds als ein "greifbares Zeichen der Solidarität der EU den Ländern gegenüber, die am meisten von der Pandemie betroffen waren".

"Wir sind diejenigen, die den Löwenanteil des Programms bekommen haben - 191 Milliarden - somit sind wir auch diejenigen, die die größte Verantwortung tragen", betonte der italienische Regierungschef. Es handle sich um eine "außergewöhnliche Chance" für Italien. Die Kanzlerin erwiderte, sie habe Vertrauen, "dass Italien dieses Geld jetzt in sehr guter Weise ausgibt, um für das Land und die Menschen in dem Land etwas zu erreichen".

Merkel lobte Draghi auch für dessen Engagement im Rahmen der G20-Präsidentschaft. Italien hatte kürzlich einen außerordentlichen Gipfel zu Beratungen über humanitäre Hilfe und Terrorismusbekämpfung in Afghanistan einberufen. An dem Treffen am 12. Oktober sollen unter anderem auch die UNO und Katar teilnehmen.

Rom und Berlin hätten bei diesem Thema die gleiche Haltung, betonte die Kanzlerin: "Wir müssen schauen, dass Afghanistan nicht wieder ein Herd von terroristischen Aktivitäten für die Welt wird." Zudem gelte es, eine humanitäre Katastrophe in dem Land zu verhindern.

Bei ihrem gemeinsamen Arbeitsessen sprachen Merkel und Draghi eigenen Angaben zufolge auch über die Rolle beider Länder in der EU, über die europäische Sicherheitspolitik insbesondere mit Blick auf Libyen und über die Herausforderungen beim Klimaschutz. Sie wünsche sich auch für die Zukunft ein Europa, "das möglichst viele starke Repräsentanten seiner jeweiligen Mitgliedstaaten hat, und das gilt für Italien auf jeden Fall", sagte die Kanzlerin.

Am Nachmittag nimmt Merkel zusammen mit dem Papst vor dem Kolosseum in Rom an der Abschlussveranstaltung des Friedenstreffens der Gemeinschaft Sant’ Egidio teil und hält dort eine Rede. Merkel war während ihrer 16-jährigen Amtszeit mehrfach von Franziskus und seinem Vorgänger Benedikt XVI. zu Privataudienzen empfangen worden.

(P.Tomczyk--DTZ)

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