Deutsche Tageszeitung - Im Streit um Beichtgeheimnis in Frankreich zeichnet sich Entspannung ab

Im Streit um Beichtgeheimnis in Frankreich zeichnet sich Entspannung ab


Im Streit um Beichtgeheimnis in Frankreich zeichnet sich Entspannung ab
Im Streit um Beichtgeheimnis in Frankreich zeichnet sich Entspannung ab / Foto: ©

Im französischen Streit um das Beichtgeheimnis zeichnet sich Entspannung ab. Die katholischen Bischöfe seien entschlossen, "dem Schutz der Kinder höchsten Vorrang einzuräumen, in Zusammenarbeit mit den französischen Behörden", betonte die Bischofskonferenz in einer Mitteilung am Dienstag. Zuvor hatte der französische Innenminister Gérald Darmanin die Pflicht von Priestern zur Anzeige von besonders schweren Missbrauchsfällen betont.

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Priester, die im Beichtgespräch von Verbrechen gegen Kinder unter 15 erfahren, müssten diese "der Justiz" mitteilen, sagte Darmanin in der Nationalversammlung. Der Innenminister hatte am Nachmittag den Vorsitzenden der fanzösischen Bischofskonferenz, Eric de Moulins-Beaufort, zu einem Gespräch empfangen. Der Erzbischof hatte nach der Veröffentlichung eines Missbrauchs-Berichtes gesagt, das Beichtgeheimnis sei "stärker als die Gesetze der Republik". Dem hatten mehrere Politiker widersprochen.

Die Untersuchungskommission zu den Missbrauchsfällen hatte unter anderem gefordert, Priestern die Anzeige mutmaßlicher Täter zu erleichtern, wenn sie im Beichtgespräch Hinweise auf sexuellen Missbrauch erhalten.

"Das Ausmaß der sexuellen Gewalt gegen Minderjährig (...) zwingt die Kirche, ihre Praktiken im Licht dieser Realität zu sehen", heißt in der Mitteilung der Bischofskonferenz. Deswegen sei nun eine Anstrengung nötig, "um das Wesen der Beichte und den nötigen Schutz der Kinder miteinander zu vereinbaren."

Die Position des Erzbischofs hatte im laizistischen Frankreich für Empörung gesorgt. De Moulins-Beaufort verwies später darauf, dass das Beichtgeheimnis im französischen Recht wie ein Berufsgeheimnis behandelt werde. Priester müssten künftig besser geschult werden, wie sie mit Menschen umzugehen haben, die ihnen in der Beichte Missbrauchsfälle anvertrauen, sagte der Erzbischof.

Die Einladung eines Geistlichen in ein Ministerium ist in Frankreich eine ungewöhnliche Maßnahme.

(I.Beryonev--DTZ)

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