Deutsche Tageszeitung - Polizei in Bangladesch erschießt bei Unruhen vier Menschen

Polizei in Bangladesch erschießt bei Unruhen vier Menschen


Polizei in Bangladesch erschießt bei Unruhen vier Menschen
Polizei in Bangladesch erschießt bei Unruhen vier Menschen / Foto: ©

Bei Unruhen in Bangladesch sind mehrere Hindu-Tempel verwüstet und vier Menschen von der Polizei erschossen worden. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben ihren Einsatz am Mittwochabend gestartet, nachdem sich in der südlichen Stadt Hajiganj rund 500 Menschen versammelten hatten. Die Menschen waren über Videoaufnahmen aufgebracht, wonach eine Ausgabe des Koran auf dem Knie einer Figur des Hindu-Affengottes Hanuman platziert worden war.

Textgröße ändern:

Die empörten Menschen griffen den Hindu-Tempel in Hajiganj und die Polizeikräfte an. Nach Angaben des örtlichen Polizeichefs Milon Mahmud gab es neben den vier Toten zwei dutzend Verletzte, darunter 15 Polizisten. Ein Polizei-Inspekteur teilte mit, dass die Sicherheitskräfte vier Menschen erschossen hätten.

Die Behörden erließen für die betroffene Gegend ein Versammlungsverbot. Sieben Menschen wurden nach ihren Angaben in der Gegend von Hajiganj im Zusammenhang mit den Unruhen festgenommen. Die Regierung in Dhaka ordnete eine Untersuchung der Vorfälle an. Sie kündigte an, dass alle Beteiligten bestraft werden sollten. Darüber hinaus erklärte sie, alle sollten "religiöse Harmonie, Frieden und Sicherheit" bewahren.

Auch im östlichen Bezirk Cumilla, wo die mutmaßliche Schändung des Koran stattgefunden haben soll, wurde ein Hindu-Tempel angegriffen, wie Polizeisprecher Monir Ahmed sagte. Nach seinen Angaben war inzwischen Ruhe eingekehrt. Ahmed sprach von 40 Festnahmen in der Gegend.

Es gab Berichte über Unruhen auch in anderen Landesteilen. Das Boulevardblatt "The Daily Star" meldete, dass Hindu-Heiligtümer und -Tempel in mehreren nördlichen Bezirken angegriffen worden seien. Die Behörden verstärkten die Sicherheitsvorkehrungen in der südlichen Stadt Chittagong, in der es einen beträchtlichen Anteil an hinduistischen Einwohnern gibt.

Bangladesch ist ein mehrheitlich muslimisches Land. Von den 169 Millionen Einwohnern sind rund zehn Prozent Hindus. Mitglieder dieser Religionsgemeinschaft werden immer wieder zum Opfer von Gewalttaten - vor allem dann, wenn über die Onlinenetzwerke negative Nachrichten über sie verbreitet werden.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Demokraten gewinnen in Texas Senatssitz und Gouverneursamt

Die blaue Welle, die in der vergangenen Wahlnacht bei den Midterms durch die Vereinigten Staaten zog, hat ebenfalls in Texas nicht haltgemacht. Mit James Talarico haben die Demokraten zum ersten Mal seit 1988 wieder eine Senatswahl in dem christlich-konservativen Bundesstaat gewonnen.

Mattella zur Nationalen Einheit: Appell an gemeinsame europäische Verteidigung

Im Rahmen des Tages der Nationalen Einheit und der Streitkräfte hat der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella in einem Grußwort an das Verteidigungsministerium die Bedeutung historischer Einheit und demokratischer Freiheit betont. Zugleich warnte er vor neuen Sicherheitsrisiken und forderte eine stärkere europäische Verteidigungskompetenz.

Demokraten erobern bei US-Zwischenwahlen beide Kongresskammern

Die US-Amerikaner*innen haben Präsident Donald Trump und der von ihm dominierten Republikanischen Partei in den Zwischenwahlen eine derartige Klatsche verpasst, dass selbst die sonst so wortgewaltigen US-TV-Kommentatoren kaum Worte dafür fanden. Die Demokraten haben den Republikanern weitaus mehr Sitze im Repräsentantenhaus und im Senat abgenommen, als nötig gewesen wäre, um die Kontrolle über beide Kongresskammern zu übernehmen.

Abdul El-Sayed gewinnt Senatssitz in Michigan und schreibt Geschichte

Der Demokrat Abdul El-Sayed hat die Senatswahl in Michigan gegen den Republikaner Mike Rogers gewonnen. Der Epidemiologe wird damit der erste Muslim im US-Senat.

Textgröße ändern: