Deutsche Tageszeitung - Anne Hidalgo ist Präsidentschaftskandidatin der französischen Sozialisten

Anne Hidalgo ist Präsidentschaftskandidatin der französischen Sozialisten


Anne Hidalgo ist Präsidentschaftskandidatin der französischen Sozialisten
Anne Hidalgo ist Präsidentschaftskandidatin der französischen Sozialisten / Foto: ©

Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo ist die offizielle Präsidentschaftskandidatin der französischen Sozialisten. "Ich bin mir der Verantwortung bewusst", sagte Hidalgo am Donnerstagabend in Paris. Sie kam bei der internen Vorwahl auf mehr als 72 Prozent der Stimmen, wie der Parteichef der PS, Olivier Faure, verkündete. "Ich vertrete eine Linke der Regierung", sagte Hidalgo. Sie hatte als einzigen Gegenkandidatin den Bürgermeister von Le Mans, Stéphane Le Foll, galt aber schon seit Monaten als Favoritin.

Textgröße ändern:

In Umfragen erreicht Hidalgo derzeit zwischen vier und sieben Prozent, etwas weniger als der Kandidat der Grünen, Yannick Jadot.

Hidalgo will ihre erste große Wahlkampfveranstaltung am 23. Oktober in Lille abhalten. Die dortige Bürgermeisterin Martine Aubry ist ihre politische Mentorin. Ihre Gegner werfen ihr vor, bislang zu zurückhaltend aufgetreten zu sein.

Inhaltlich tritt sie für eine Verdopplung des in Frankreich vergleichsweise niedrigen Lehrergehalts und für eine Senkung der Benzinsteuer ein. Sie hat auch international bereits Kontakte in ihr Geburtsland Spanien und nach Deutschland geknüpft, wo sie SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz getroffen hat.

Als Pariser Bürgermeisterin hat Hidalgo in den vergangenen Jahren massiv Radwege ausgebaut, Parkplätze zu Straßencafés umgewandelt und fast überall Tempo 30 eingeführt.

Sie wird dafür kritisiert, dass sie keine Rücksicht auf die Bewohner der Pariser Vorstädte nehme und keine Verbindung zur Provinz habe. In den vergangenen Monaten war Hidalgo viel im Land unterwegs, um Vorwürfe auszuräumen, sie schaue nicht über den Pariser Tellerrand hinaus.

Knapp sechs Monate vor der Präsidentschaftswahl deuten Umfragen auf eine Wiederwahl von Amtsinhaber Emmanuel Macron hin, der bislang allerdings nicht seine Kandidatur erklärt hat.

Die konservativen Republikaner wollen am 4. Dezember über ihren Kandidaten abstimmen. Als Favorit gilt der ehemalige Arbeitsminister Xavier Bertrand, der allerdings kein Parteimitglied mehr ist.

Die Rechtspopulistin Marine Le Pen, die bereits zum dritten Mal antritt, wurde in jüngsten Umfragen von dem rechtsextremen Publizisten Eric Zemmour überholt, der seine Kandidatur noch nicht erklärt hat. Beide stellen Einwanderung in das Zentrum ihres Wahlkampfs.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Demokraten gewinnen in Texas Senatssitz und Gouverneursamt

Die blaue Welle, die in der vergangenen Wahlnacht bei den Midterms durch die Vereinigten Staaten zog, hat ebenfalls in Texas nicht haltgemacht. Mit James Talarico haben die Demokraten zum ersten Mal seit 1988 wieder eine Senatswahl in dem christlich-konservativen Bundesstaat gewonnen.

Mattella zur Nationalen Einheit: Appell an gemeinsame europäische Verteidigung

Im Rahmen des Tages der Nationalen Einheit und der Streitkräfte hat der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella in einem Grußwort an das Verteidigungsministerium die Bedeutung historischer Einheit und demokratischer Freiheit betont. Zugleich warnte er vor neuen Sicherheitsrisiken und forderte eine stärkere europäische Verteidigungskompetenz.

Demokraten erobern bei US-Zwischenwahlen beide Kongresskammern

Die US-Amerikaner*innen haben Präsident Donald Trump und der von ihm dominierten Republikanischen Partei in den Zwischenwahlen eine derartige Klatsche verpasst, dass selbst die sonst so wortgewaltigen US-TV-Kommentatoren kaum Worte dafür fanden. Die Demokraten haben den Republikanern weitaus mehr Sitze im Repräsentantenhaus und im Senat abgenommen, als nötig gewesen wäre, um die Kontrolle über beide Kongresskammern zu übernehmen.

Abdul El-Sayed gewinnt Senatssitz in Michigan und schreibt Geschichte

Der Demokrat Abdul El-Sayed hat die Senatswahl in Michigan gegen den Republikaner Mike Rogers gewonnen. Der Epidemiologe wird damit der erste Muslim im US-Senat.

Textgröße ändern: