Deutsche Tageszeitung - Staaten bekräftigen bei Weltnaturkonferenz Willen zum Artenschutz

Staaten bekräftigen bei Weltnaturkonferenz Willen zum Artenschutz


Staaten bekräftigen bei Weltnaturkonferenz Willen zum Artenschutz
Staaten bekräftigen bei Weltnaturkonferenz Willen zum Artenschutz / Foto: ©

Mit ambitionierten Absichtserklärungen der Teilnehmerstaaten ist am Freitag der erste Teil der Weltnaturkonferenz im chinesischen Kunming zu Ende gegangen. Es sei gelungen zu zeigen, dass es "einen politischen Willen und eine politische Selbstverpflichtung für einen ehrgeizigen Rahmen" für den Artenschutz gebe, sagte die Generalsekretärin der Biodiversitätskonvention, Elizabeth Maruma Mrema. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) forderte eine "wirksame Erfolgskontrolle" der Artenschutz-Ziele.

Textgröße ändern:

Die Delegierten der 195 Teilnehmerstaaten hatten sich in der "Erklärung von Kunming" zu einem verstärkten Kampf gegen das Artensterben bekannt. In dem Papier werden die Länder unter anderem aufgefordert, die Bedeutung der Artenvielfalt für die menschliche Gesundheit anzuerkennen und Artenschutzgesetze zu verschärfen. Ein globales Artenschutzabkommen mit konkreten Zielen bis 2030 soll beim zweiten Konferenzteil im kommenden Jahr vereinbart werden.

Maruma Mrema forderte ein gemeinsames internationales Handeln gegen das Artensterben, "hier und jetzt". Chinas Umweltminister Huang Runqiu betonte, die internationale Gemeinschaft erwarte von der Weltnaturkonferenz, dass diese den Startschuss gebe, um "den Verlust von Artenvielfalt rückgängig zu machen".

Bundesumweltministerin Schulze sprach zum Abschluss des ersten Konferenzteils von einem "guten Auftakt" für die bevorstehenden Verhandlungen. "Die Richtung stimmt, aber die nächsten Schritte müssen konkreter werden", sagte sie der "Rheinischen Post". Nötig sei zudem eine "wirksame Erfolgskontrolle" der globalen Natur- und Artenschutzziele.

Kritik an der "Erklärung von Kunming" kam von Umweltschützern. Die bisher verabredeten Ziele griffen zu kurz, warnte Li Shuo von Greenpeace Asia. Der WWF-Experte für internationale Biodiversitätspolitik, Florian Titze, bewertete die Formulierungen in der Erklärung als "zu blumig und vage". Notwendig seien "klar definierte Schritte zur Transformation aller Wirtschaftsbereiche", von der Landwirtschaft bis hin zum Finanzsektor, sagte er der "Rheinischen Post".

Auch an der Finanzierung hapere es "massiv", kritisierte Titze. Von der nächsten Bundesregierung forderte er eine Erhöhung des deutschen Beitrags zum Schutz der globalen Artenvielfalt von aktuell rund 800 Millionen Euro auf mindestens zwei Milliarden Euro pro Jahr.

Auch die Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer kritisierte die Ergebnisse der UN-Konferenz. "Dieser Gipfel zeigt erneut, dass Regierungen auch die größte Katastrophe zulassen werden - es sei denn, Menschen überall halten sie davon ab", sagte die Mitinitiatorin von Fridays for Future in Deutschland der "Rheinischen Post". "Wenn das Artensterben nicht gestoppt wird, kann uns selbst der beste Klimaschutz nicht retten."

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Demokraten gewinnen in Texas Senatssitz und Gouverneursamt

Die blaue Welle, die in der vergangenen Wahlnacht bei den Midterms durch die Vereinigten Staaten zog, hat ebenfalls in Texas nicht haltgemacht. Mit James Talarico haben die Demokraten zum ersten Mal seit 1988 wieder eine Senatswahl in dem christlich-konservativen Bundesstaat gewonnen.

Mattella zur Nationalen Einheit: Appell an gemeinsame europäische Verteidigung

Im Rahmen des Tages der Nationalen Einheit und der Streitkräfte hat der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella in einem Grußwort an das Verteidigungsministerium die Bedeutung historischer Einheit und demokratischer Freiheit betont. Zugleich warnte er vor neuen Sicherheitsrisiken und forderte eine stärkere europäische Verteidigungskompetenz.

Demokraten erobern bei US-Zwischenwahlen beide Kongresskammern

Die US-Amerikaner*innen haben Präsident Donald Trump und der von ihm dominierten Republikanischen Partei in den Zwischenwahlen eine derartige Klatsche verpasst, dass selbst die sonst so wortgewaltigen US-TV-Kommentatoren kaum Worte dafür fanden. Die Demokraten haben den Republikanern weitaus mehr Sitze im Repräsentantenhaus und im Senat abgenommen, als nötig gewesen wäre, um die Kontrolle über beide Kongresskammern zu übernehmen.

Abdul El-Sayed gewinnt Senatssitz in Michigan und schreibt Geschichte

Der Demokrat Abdul El-Sayed hat die Senatswahl in Michigan gegen den Republikaner Mike Rogers gewonnen. Der Epidemiologe wird damit der erste Muslim im US-Senat.

Textgröße ändern: