Deutsche Tageszeitung - In diesem Jahr erneut mehr als 100.000 Asyl-Erstanträge in Deutschland

In diesem Jahr erneut mehr als 100.000 Asyl-Erstanträge in Deutschland


In diesem Jahr erneut mehr als 100.000 Asyl-Erstanträge in Deutschland
In diesem Jahr erneut mehr als 100.000 Asyl-Erstanträge in Deutschland / Foto: ©

In diesem Jahr werden in Deutschland einem Medienbericht zufolge bereits zum neunten Mal in Folge mehr als 100.000 Asyl-Erstanträge gestellt werden. Das berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO). Demnach wurden in Deutschland bis Ende September 100.278 Erstanträge gestellt. Die Bundesrepublik war dabei das mit Abstand wichtigste Zielland für Asylbewerber in der EU.

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Dahinter folgten der Zeitung zufolge Frankreich mit rund 54.100 Asylanträgen in den ersten drei Quartalen des Jahres sowie Spanien mit etwa 41.800. Zu der seit längerem anhaltenden Weiterreise von Asylsuchenden aus den EU-Staaten Italien, Spanien und Griechenland nach Deutschland kommt seit dem Sommer eine weitere Route über Belarus hinzu.

Von dort haben seit August mehrere tausend Migranten versucht, die Grenze in den EU-Mitgliedsstaat Polen zu überqueren. Die EU geht von einer Vergeltungsaktion des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko für Brüsseler Sanktionsbeschlüsse aus. Es wird vermutet, dass die belarussischen Behörden die Migranten aus dem Nahen Osten gezielt ins Land holen und an die Grenze schleusen.

Insgesamt stieg die Zahl der Erstanträge in Deutschland laut "Welt am Sonntag" zuletzt deutlich an. Im September lag sie bei rund 13.850. Dem Bericht zufolge wurde diese Zahl in den vergangenen rund zwei Jahren nur einmal übertroffen - und zwar im Januar 2019.

Wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonntag unter Verweis auf Angaben der EASO berichtete, nahm die Zahl der Asylsuchenden in der EU zuletzt insgesamt deutlich zu. Grund sei auch eine deutliche Steigerung der Anträge von Afghanen. Diese hätten allein im August rund 10.000 Asylanträge gestellt, sagte EASO-Chefin Nina Gregori den Funke-Zeitungen. Damit sei ein neuer Rekord erreicht worden.

Gründe für den Anstieg seien Asylanträge, die von Afghanen nach der Luftbrücken-Evakuierung aus Kabul gestellt würden, sagte Grigori. Dazu kämen Asylgesuche von Afghanen, die bereits seit längerer Zeit in Europa lebten und zum wiederholten Mal Asyl beantragten. "Wir sehen bisher keine Bewegungen von Afghanen aus Afghanistan, die nach Europa kommen", betonte die EASO-Direktorin. Ihr Büro verfolge die Situation in den afghanischen Nachbarländern aber sehr genau.

Insgesamt stieg die Zahl der Asylanträge in der EU im August den dritten Monat in Folge deutlich an und lag bei rund 56.000. Damit sei in Europa beinahe wieder das Niveau der Asylantragszahlen aus der Zeit vor Ausbruch der Corona-Pandemie erreicht, sagte Gregori.

(U.Beriyev--DTZ)

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