Deutsche Tageszeitung - Stichwahl um Bürgermeisteramt in Rom begonnen

Stichwahl um Bürgermeisteramt in Rom begonnen


Stichwahl um Bürgermeisteramt in Rom begonnen
Stichwahl um Bürgermeisteramt in Rom begonnen / Foto: ©

In Rom hat am Sonntag die zweitägige Stichwahl um das Bürgermeisteramt begonnen. Im Rennen um den Spitzenposten in der Ewigen Stadt wird ein knappes Ergebnis zwischen dem früheren Wirtschaftsminister und Mitte-Links-Kandidaten Roberto Gualtieri und dem rechtsgerichteten Rivalen Enrico Michetti erwartet. Michetti gewann die erste Wahlrunde mit 30 Prozent, Gualtieri kam auf 27 Prozent.

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Umfragen sehen in der zweiten Runde Gualtieri von der Demokratischen Partei (PD) vorne. Es wird erwartet, dass viele Anhänger der ausgeschiedenen Kandidaten aus der Mitte und vom linken Rand für den 55-jährigen ehemaligen Minister stimmen werden, darunter auch die Anhänger der abgewählten Bürgermeisterin Virginia Raggi von der Fünf-Sterne-Bewegung.

Der Wahlkampf war geprägt von Klagen über den Niedergang Roms - allen voran über die Müllkrise, die Horden von Wildschweinen in die Stadt lockt. "Rom kann sich nicht damit abfinden, nur über Müll und Schlaglöcher zu reden. Rom ist eine große europäische Hauptstadt", sagte Gualtieri auf seiner Abschlusskundgebung am Freitag.

Michetti wird von einer Allianz der neofaschistischen Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens), der rechtsradikalen Lega von Matteo Salvini und der Mitte-Rechts-Partei Forza Italia des früheren Regierungschefs Silvio Berlusconi unterstützt.

Im Wahlkampf machten dem ebenfalls 55-jährigen Rechtsanwalt zuletzt Aussagen zu schaffen, die ihm den Vorwurf des Antisemitismus einbrachten: In einem im vergangenen Jahr veröffentlichten Artikel sprach er von einer jüdischen "Lobby", die "in der Lage ist, über das Schicksal des Planeten zu entscheiden". In diesem Jahr schlug Michetti zudem vor, während der Corona-Pandemie den bei Faschisten üblichen römischen Gruß mit erhobenem Arm zu verwenden, weil dieser hygienischer sei.

Außer in Rom finden in mehr als 60 weiteren Städten die Stichwahlen für das Bürgermeisteramt statt, bei denen die Wähler noch bis Montag ihre Stimme abgeben können. In der ersten Runde verloren die rechtsextremen Parteien in mehreren wichtigen Städten wie Mailand, Neapel und Bologna.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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