EU: Kein Atom-Treffen mit Iran am Donnerstag
Am Donnerstag wird es in Brüssel nach EU-Angaben keine neuen Atom-Gespräche mit dem Unterhändler des Iran geben. Das stellte eine Sprecherin des EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag klar. Derzeit sei noch nicht klar, "ob und wann ein Treffen stattfinden wird", sagte die Sprecherin und wies damit Angaben aus Teheran zurück.
Das iranische Außenministerium hatte zuvor mitgeteilt, der nationale Unterhändler Ali Bagheri wolle am Donnerstag nach Brüssel reisen, um "offene Punkte" zu besprechen. Vergangene Woche war der EU-Gesandte Enrique Mora bereits zu Vorgesprächen in Teheran gewesen.
Bei dem anvisierten Treffen in Brüssel soll es um die Wiederbelebung der eigentlichen Atom-Verhandlungen unter Beteiligung von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China gehen. Sie waren im Juni in Wien unterbrochen worden. Auslöser war die Wahl des ultrakonservativen Geistlichen Ebrahim Raisi zum neuen iranischen Präsidenten.
Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am Montag, die Bundesregierung setze sich weiter "mit Nachdruck dafür ein, dass die Wiener Gespräche über die vollständige Rückkehr Irans" in das Atomabkommen aus dem Jahr 2015 "zügig wieder aufgenommen werden". Der EU-Gesandte Mora habe in Teheran aber nochmals deutlich gemacht, "dass sich aus Sicht der Verhandlungspartner das Zeitfenster für die Rückkehr an den Verhandlungstisch schließt - gerade auch weil der Iran die Situation im Nuklearbereich kontinuierlich verschärft".
Die USA waren 2018 unter ihrem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Danach ließ er massive Sanktionen gegen das Land in Kraft setzen. Als Reaktion zog sich der Iran schrittweise aus vielen Bestimmungen des Abkommens zurück. Es soll den Iran am Bau der Atombombe hindern.
Der seit Januar amtierende US-Präsident Joe Biden hat sich zur Rückkehr zu dem Atomabkommen bereiterklärt, sollte Teheran seine darin enthaltenden Verpflichtungen wieder einhalten.
(U.Stolizkaya--DTZ)