Deutsche Tageszeitung - Kreml: Einhaltung von Menschenrechten Vorbedingung für Anerkennung der Taliban

Kreml: Einhaltung von Menschenrechten Vorbedingung für Anerkennung der Taliban


Kreml: Einhaltung von Menschenrechten Vorbedingung für Anerkennung der Taliban
Kreml: Einhaltung von Menschenrechten Vorbedingung für Anerkennung der Taliban / Foto: ©

Russland hat die in Afghanistan herrschenden Taliban zur Achtung der Menschenrechte aufgerufen. Sie hätten nur dann eine Chance auf internationale Anerkennung ihrer Regierung, wenn sie "damit beginnen, die Erwartungen der internationalen Gemeinschaft hinsichtlich der Menschenrechte zu erfüllen", sagte der Afghanistan-Beauftragte des Kreml, Samir Kabulow, am Mittwoch bei einer von Moskau organisierten internationalen Konferenz zur Lage in Afghanistan.

Textgröße ändern:

Die Taliban hätten versichert, "dass sie an der Verbesserung der Regierungsführung und der Menschenrechte arbeiten", fügte Kabulow hinzu. Die Taliban-Delegation gab zunächst keine Stellungnahme ab. Zu der Konferenz in Moskau hatte Russland neben den Vertretern der Taliban auch Diplomaten aus mehreren Ländern eingeladen, unter ihnen Afghanistans Nachbarstaaten China, Pakistan und Iran.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hob bei dem Treffen die Bemühungen der Taliban "um eine Stabilisierung der politisch-militärischen Situation" in Afghanistan hervor. Allerdings verwies er auch auf die "reale Gefahr", dass "die terroristischen Aktivitäten und der Drogenhandel auf die Nachbarstaaten übergreifen".

Die radikalislamischen Taliban bemühen sich seit ihrer Machtübernahme am Hindukusch Mitte August um die internationale Anerkennung ihrer Regierung sowie humanitäre Hilfe für die notleidende Bevölkerung. Die USA hatten eine Teilnahme an der Moskauer Konferenz kurzfristig abgesagt.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Pistorius würdigt in Ungarn "Neustart" in den bilateralen Beziehungen

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat bei einem Besuch in Ungarn den "Neustart" in den Beziehungen zwischen Berlin und Budapest gewürdigt. "Die Zusammenarbeit wird täglich enger", sagte Pistorius am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem ungarischen Kollegen Romulusz Ruszin-Szendi in Budapest. "Berlin und Budapest wachsen politisch wieder enger zusammen."

Scharfe Kritik an Stopp von Stolpersteinen in sächsischem Heidenau

Der Stopp von Stolpersteinen im sächsischen Heidenau stößt auf Kritik und entsetzte Reaktionen. Israels Botschafter Ron Prosor erklärte am Freitag: "Ich bin beschämt". Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach von einem "Skandal".

Friedensorganisation: Bundesregierung konterkariert Ziel einer atomwaffenfreien Welt

Die Bundesregierung untergräbt laut der Friedensorganisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) das Ziel einer atomwaffenfreien Welt. "Statt auf eine Eindämmung des Vernichtungsrisikos zu setzen, beteiligt sich die Bundesregierung an nuklearer Eskalation durch die Modernisierung ihrer Atombomber und Bestrebungen hin zu einer Teilhabe an der französischen Atombombe", erklärte der IPPNW-Vorsitzende Lars Pohlmeier am Freitag anlässlich des internationalen Tags für die Abschaffung der Atomwaffen am Samstag.

Mehr als hunderttausend Studierende warten auf Wohnheimplätze in Deutschland

Mehr als hunderttausend Studierende warten derzeit in Deutschland auf Wohnheimplätze. Wie das Deutsche Studierendenwerk (DSW) am Freitag in Berlin mitteilte, waren Mitte September allein in München und Aachen noch jeweils mehr als zehntausend Wartende zu verzeichnen. Grund für die extrem langen Wartelisten für die Wohnheimplätze der Studierendenwerke sei der hohe Kostendruck bei den Mieten, erklärte der DSW-Vorstandsvorsitzende Matthias Anbuhl.

Textgröße ändern: