Deutsche Tageszeitung - Staatsanwalt ficht Urteil gegen Held des Films "Hotel Ruanda" an

Staatsanwalt ficht Urteil gegen Held des Films "Hotel Ruanda" an


Staatsanwalt ficht Urteil gegen Held des Films "Hotel Ruanda" an
Staatsanwalt ficht Urteil gegen Held des Films "Hotel Ruanda" an / Foto: ©

Die Staatsanwaltschaft in Ruanda hat Berufung gegen die Verurteilung des Regierungskritikers Paul Rusesabagina zu 25 Jahren Haft eingelegt, weil sie die Strafe für zu gering hält. Dies teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Kigali mit. Der Held des international beachteten Films "Hotel Ruanda" war am 20. September wegen "Terrorismus" zu der langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslängliche Haft gefordert.

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Auch die 20 Mitangeklagten hätten weniger als gefordert erhalten, beanstandete damals Chefankläger Aimable Havugiyaremye. Nach Angaben des Sprechers vom Mittwoch legte die Staatsanwaltschaft auch gegen deren Urteile Berufung ein.

In dem Urteil war der 67-jährige Rusesabagina für schuldig befunden worden, eine Terrororganisation gegründet und terroristische Aktivitäten finanziell unterstützt zu haben. Belgien, dessen Staatsbürgerschaft Rusesabagina besitzt, hatte den Prozesse kritisiert. Auch die USA und das EU-Parlament hatten zuvor Zweifel an einem fairen Prozess geäußert. Der Ex-Hotelier ist als heftiger Kritiker von Staatschef Paul Kagame bekannt.

International berühmt wurde Rusesabagina durch den Film "Hotel Ruanda", der vom Völkermord 1994 in Ruanda handelt. Damals wurden rund 800.000 Menschen getötet, vor allem Angehörige der Volksgruppe der Tutsi. Rusesabagina, zu diesem Zeitpunkt Direktor des Luxus-Hotels "Mille Collines" in Kigali und gemäßigter Hutu, hatte während des Völkermords mehr als tausend Menschen das Leben gerettet.

Seit 1996 lebte er in den USA und in Belgien im Exil. Im August vergangenen Jahres wurde Rusesabagina dann unter ungeklärten Umständen in Ruanda festgenommen, als er aus einem Flugzeug stieg, das seiner Annahme nach im Nachbarland Burundi landen sollte.

(P.Tomczyk--DTZ)

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